Lobbyismus an Schulen zurückdrängen!
Gerd Binder, Die Linke. Much
Für die Offenlegung aller Kooperationsvereinbarungen des Schulministeriums
NRW mit Lobby- und Interessenverbänden
Unter dem oben genannten Titel wurde gestern auf dem Landesparteitag der Partei DIE LINKE ein wichtiger Initiativantrag als Resolution beschlossen. Hintergrund ist, dass bei einer Veranstaltung des Aachener Friedenspreises am 2.9.2011 der geladene Vertreter des Schulministeriums die Existenz von über 200 Kooperationsvereinbarungen bestätigte, unter anderem mit der Chemischen Industrie. Verträge mit der Bertelsmann-Stiftung und der Bundeswehr wurden bekannt, welche weiteren Verträge existieren, jedoch nicht. Daher ergeben sich folgende Forderungen:
- DIE LINKE. Nordrhein-Westfalen fordert die lückenlose Offenlegung der über zweihundert Kooperationsvereinbarungen des Schulministeriums NRW mit externen Organisationen, Lobby- und Interessenverbänden.
- Wir lehnen es ab, dass Tür und Tor geöffnet werden für die Einflussnahme von Einrichtungen wie der Bertelsmann-Stiftung, der Bundeswehr und dem Verband der Chemischen Industrie auf den Unterricht an den Schulen in Nordrhein-Westfalen.
- Die Landesregierung muss endlich wirksam unterbinden, dass VertreterInnen der Interessenverbände die Leitung von Unterrichtseinheiten übernehmen. Zu unterbinden ist auch, dass beispielsweise Jugendoffiziere der Bundeswehr an der Abiturvorbereitung in Schulen beteiligt sind. Die bestehenden Vereinbarungen sehen dies zwar nicht vor, haben es in der Praxis aber auch nicht verhindert.
- Unverzüglich muss die Landesregierung garantieren, dass gesellschaftlich umstrittene Themen wie Militäreinsätze, Wirtschafts- und Sozialpolitik u.a. im Unterricht nicht einseitig dargestellt werden. Unbedingt ist der sog. „Beutelsbacher Konsens“ einzuhalten, nachdem kontroverse Themen auch kontrovers dargestellt werden müssen und die Lernenden die Gelegenheit haben, sich eine eigene Meinung zu bilden.
Schon in der Landes- und vor allem Bundespolitik werden Entscheidungen größtenteils auf Druck oder in Absprache mit den in großer Anzahl vor Ort platzierten Lobbyisten gefällt. Längst ist nicht mehr das eigene Gewissen der Abgeordneten und nicht einmal mehr das jeweilige Parteiprogramm der Gradmesser für das Abstimmverhalten. Vernünftige Weichenstellungen sind jedoch unter diesem erheblichen Fremdeinfluss nicht möglich; dem muss – wo es eben geht – entgegen gewirkt werden. Ein erster Schritt ist die Durchsetzung der oben aufgelisteten Forderungen an die NRW-Landesregierung.
Kreisvorstand DIE LINKE Rhein-Sieg beschließt Änderungsanträge zum Programmentwurf
Quelle: Ratsblatt.de, Frank Kemper
Der Kreisvorstand DIE LINKE Rhein-Sieg beschloss auf seiner letzten Sitzung am 05.09.2011 einige Änderungsanträge zum Programmentwurf.
„Damit positioniert sich der Kreisverband DIE LINKE Rhein-Sieg für eine kompromisslose Friedenspolitik“, so Frank Kemper, Kreisgeschäftsführer DIE LINKE Rhein-Sieg. Eveliene Beinersdorf, Sprecherin des Kreisverbandes dazu „Ablehnung von Krieg ist einer der Grundpfeiler unserer politischen Überzeugung, dies muß aus dem Programm hervorgehen. Die entsprechenden Anträge hat der Kreisvorstand Rhein-Sieg damit der Programmkommission auf den Weg gegeben.“
Die Anträge im einzelnen:
- „Haltelinien Auslandseinsätze Bundeswehr“2743 2744:
„An einer Regierung, die Kriege führt oder die Führung von Kriegen oder Gewaltmaßnahmen von deutschem Boden aus zulässt und Kampfeinsätze Auslandseinsätze der Bundeswehr im Ausland befürwortet zulässt, die Aufrüstung und Militarisierung vorantreibt, die Privatisierungen der Daseinsvorsorge oder Sozialabbau betreibt, deren Politik die Aufgabenerfüllung des Öffentlichen Dienstes verschlechtert, werden wir uns nicht beteiligen.“
Hier der komplette Antrag mit Begründung als PDF: Haltelinien Auslandseinsätze Bundeswehr (RSK)
- „Kampfeinsatz“
2495 – 2496:
„Wir fordern ein sofortiges Ende allerKampfeinsätzeAuslandseinsätze der Bundeswehr.“
Hier der komplette Antrag mit Begründung als PDF: Auslandseinsätze Bundeswehr (RSK) - „Vereinte Nationen“
2503: Reform und Stärkung der Vereinten Nationen
2504 – 2518:„Die LINKE erachtet als internationalistische Partei das Völkerrecht und die Vereinten Nationen als wichtigste Institution für die friedliche Verständigung zwischen den Staaten und Gesellschaften der Erde. Den globalen Herausforderungen kann die
Menschheit nur friedlich, im Dialog und multilateral auf der Basis eines sich konsensual fortentwickelnden rechtlichen Rahmens begegnen.Die Vereinten Nationen müssen auf die Basis ihrer eigenen Charta zurückgebracht werden.
Probleme und Herausforderungen von Armut, Klimawandel, Massenkrankheiten, Unterentwicklung, Ernährung, Wasserversorgung, Energiesicherheit, regulierter Globalisierung oder fairen Handels sind Themen für alle und sie können nur im globalen Miteinander behandelt und einer Lösung näher gebracht werden. Die zentrale Aufgabe der Vereinten Nationen bleibt die Sicherung des Weltfriedens, d.h. die Prävention, Streitbeilegung und nachhaltige zivile Konfliktlösung auf der Basis
des Völkerrechts. Hierzu dienen insbesondere die Grundsätze des Gewaltverzichts und der gleichen Sicherheit, ferner die Regelungen zur friedlichen Konfliktbeilegung in Übereinstimmung mit Geist und Buchstaben der Charta.“Ergänzung: 2518 fortlaufend:
Die mächtigen Staaten haben das Völkerrecht jedoch spätestens seit dem Ende des Kalten Krieges missachtet sowie den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen zur Legitimation von Angriffskriegen missbraucht. Das Völkerrecht und die Vereinten Nationen verlieren hierdurch an Ansehen und Autorität. Die LINKE wendet sich gegen alle Angriffe und Missbrauchsversuche der Ständigen Mitglieder des Sicherheitsrats auf das Völkerrecht zur Legitimation neuer Kriege.Daran anschließend und ergänzend:
Die Vereinten Nationen müssen daher auf die Basis ihrer eigenen Charta zurückgebracht werden. Auch der Sicherheitsrat hat sich der Charta unterzuordnen. (…)Dafür bedarf es der überfälligen Reform, was größere Rechte der UN, größere ökonomische Rechte, größere Effektivität der UNO Organisationen und eine bessere Legitimation des UNSicherheitsrates
umschließt.DIE LINKE fordert darüber hinaus eine grundlegende Demokratisierung des Systems der Vereinten Nationen. Dafür bedarf es einer überfälligen Reform, die auch einen Ausbau der sozialen, wirtschaftlichen und zivilen Strukturen beinhaltet und die Militarisierung der Vereinten Nationen beendet. Insbesondere fehlt eine stärkere
Repräsentanz afrikanischer und lateinamerikanischer Staaten im Sicherheitsrat. Notwendig sind auch die Verankerunggrößererumfassenderer Kontrolle und EntscheidungskompetenzenRechteder größer gewordenen Generalversammlung
gegenüber dem Sicherheitsrat. Aber auch Regionalorganisationen wie die OSZE können spezifische Beiträge zur Verwirklichung der Chartaziele leisten.
Hier der komplette Antrag mit Begründung als PDF: Reform und Stärkung der Vereinten Nationen (RSK) - Bundeswehr
2526: Abrüstung und strategische Nichtangriffsfähigkeit
2542 – 2545: „DIE LINKE lehnt den Umbau der Bundeswehr zu einer weltweit einzusetzenden Kriegsführungsarmee ab. DIE LINKE setzt sich für eine schrittweise Abrüstung der Bundeswehr ein, die kriegsführungsfähigsten Teile sollen zuerst
abgerüstet werden.“Ergänzung unmittelbar dahinter:
„Einziger Maßstab für Umfang und Qualität der verbleibenden Verteidigungsfähigkeiten ist die sicherheitspolitische Lage Deutschlands – nicht die Wünsche der Rüstungsindustrie oder die befreundeter Staaten.
Sollte sich die sicherheitspolitische Situation darüber hinaus für Deutschland noch weiter verbessern, gehört die Auflösung der Bundeswehr im Rahmen kollektiver Sicherheit auf die Agenda.“Direkte Fortsetzung und Tausch der Reihenfolge beider nachfolgender Aussagen:
2546 ff.: „DIE LINKE verfolgt langfristig das Ziel eines Deutschlands, Europas ohne Armeen, einer Welt ohne Kriege.
Die Abrüstung ist zu begleiten durch Konversionsprogramme für die Soldatinnen und Soldaten für die Liegenschaften der Bundeswehr.“
Hier der komplette Antrag mit Begründung als PDF: Bundeswehr (RSK)
Hier gibt es mehr Informationen zum Programmentwurf: http://www.die-linke.de/programm/leitantragandenerfurterparteitag/
66. Jahrestag – Gedenken an Hiroshima
Am 6. August 1945 warf die US-Luftwaffe über Hiroshima die erste Atombombe ab. Zwei Tage später traf Nagasaki die zweite Atombombe.
Über 300.000 Menschen starben in den beiden Städten.
Hier geht es zum Friedensdenkmal in Hiroshima.
Bildquelle: Wikipedia (Dieses Bild wurde von einem Mitglied der United States Army während dessen Ausführung seiner Dienstpflichten erstellt. Als eine Arbeit der US-Regierung ist dieses Bild in public domain.)
Aktueller Beitrag zum Hintergrund unserer Veranstaltung zu Sri Lanka am 15.7.2011
Quelle: freitag.de
…Jagath Dias war der Befehlshaber der 57. Armee-Division, die eine entscheidende Rolle bei der blutigen Zerschlagung der Bewegung der Befreiungstiger von Tamil Eelam spielte. Nach Angaben der Vereinten Nationen sollen der rücksichtslosen Kriegsführung in den ersten vier Monaten 2009 mehr als 7000 Zivilisten zum Opfer gefallen sein. Andere Beobachter gehen von mehr als 20.000 zivilen Toten aus…
…Dias wurde vier Monate nach dem Ende des Bürgerkriegs an die Botschaft in Berlin berufen, die Sri Lanka auch in der Schweiz und im Vatikanstaat vertritt…
Den ganzen Artikel finden Sie hier.
Den Veranstaltungshinweis finden Sie hier.
"Frieden statt Kapitalismus! Frieden schaffen ohne Waffen!"
Bericht und Bider: Bernd Rosbund
"Frieden statt Kapitalismus! Frieden schaffen ohne Waffen!"
war das Thema, über das Dr. Alexander Neu (Referent Sicherheitspolitik der Fraktion DIE LINKE im Deutschen Bundestag) in Neunkirchen-Seelscheid im "Kurfürst" referierte.
Eingeladen hatten die Ortsverbände Much und Ruppichteroth von der Partei DIE LINKE. Trotz eines vorhergehenden Gewitters war die Jagdstube bis auf den letzten Platz mit Interessierten gefüllt. Nach dem Referat schloss sich eine interessante Diskussion an.
Eingeladen war auch der Bundestagsabgeordnete der Fraktion DIE LINKE, Paul Schäfer aus Bonn, der allerdings gesundheitsbedingt absagen musste. Paul Schäfer war erst einen Tag vorher aus dem Sudan nach Deutschland zurückgekehrt.
Wir wünschen ihm auf diesem Weg "Gute Besserung". Er hat versprochen, einen Termin in den Berggemeinden in Kürze nachzuholen.
Es ist geplant, einmal pro Vierteljahr eine Veranstaltung der Partei DIE LINKE in Neunkirchen-Seelscheid durchzuführen.
Das Interesse ist vorhanden…
Für weitere Informationen zur Linke in Neunkirchen-Seelscheid bitte eine Mail an Martin Beinersdorf.
Umbruch in der arabischen Welt
Der erst vor wenigen Tagen neu gegründete Basisgruppe Sankt Augustin von DIE LINKE, hatte seine erste Feuertaufe mit Bravour bestanden: Der jüngste Abgeordnete in Deutschen Bundestag, Niema Movassat MdB, wurde von Roya Talischi und Michael Schaale, den beiden SprecherInnen der BG gewonnen, über das Thema "Umbruch in der arabischen Welt" zu referieren.
Niema Movassat MdB, der Ausschußmitglied des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung des Deutschen Bundestages ist, brachte den zahlreichen Gästen im Ratssaal des Sankt Augustiner Rathauses Politik aus erster Hand nahe. Das machte er souverän und mit großer Sachkenntnis und Engagement.
Sevim Dagdalen MdB, die ebenfalls angesagt war, musste wegen einer Erkrankung kurzfristig absagen. Wir wünschen ihr auf diesem Wege "Gute Besserung".
Movassat schilderte noch einmal den Weg, den die Revolutionen in Tunesien und Ägypten genommen haben und ging auf die augenblickliche Situation in Libyen ein. Bei der anschließenden sehr lebhaften Diskussion wurden auch die Themenbereiche Afghanistan und Irak nicht ausgespart. Einen breiteren Raum nahm in der Diskussion die Flüchtlingsproblematik und das Eingreifen der NATO in Libyen ein. Auch interessierten unsere Gäste die Problematiken an anderer Stelle unser Erde, so zum Beispiel die Situation der Tamilen auf Sri Lanka. Auch für das leibliche Wohl hatte die Basisgruppe Sankt Augustin von DIE LINKE gesorgt. Es gab wohlbelegte Schnittchen und die angeregte Diskussion ging in der Vorhalle weiter.
Alles in allem eine gute Diskussion, ein gutes Klima und ein sehr gut informierter Bundestagsabgeordneter, der gern zusagte, noch einmal wieder nach Sankt Augustin zu kommen.
Wikileaks: Informant droht die Todesstrafe
Quelle: Ksta.de
Die USA wollen mit aller Härte gegen den Informanten vorgehen, der Wikileaks mit vertraulichem Material versorgt haben soll. Das US-Militär wirft Bradley Manning “Unterstützung des Feindes” vor. Dafür kann die Todesstrafe verhängt werden.
Mehr lesen bei Ksta.de
Das Verbreiten der Wahrheit ist “Unterstützung des Feindes”…
Solidarität mit Bradley Manning jetzt!
Plagiate, weiterer Toter in Afghanistan: Guttenberg angeschlagen
Zitate der Tagespresse zur Guttenberg-Affäre:
Quelle: Ksta.de
Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat eine Erklärung zu der Affäre um seine Doktorarbeit abgegeben, dafür aber einen Großteil der deutschen Medien ausgeschlossen. In der Bundespressekonferenz mit Regierungssprecher Steffen Seibert kam es dewegen zum Eklat. Der Minister habe “ausgewählte Medienvertreter” ins Verteidigungsministerium gelassen, teilte sein Sprecher Steffen Moritz mit.
Quelle: Süddeutsche-Zeitung online
Bleiben die verärgerten Journalisten in der Bundespressekonferenz: Statt Guttenbergs Stellungnahme bekamen sie zu hören, welche Termine die Kanzlerin in der nächsten Woche wahrzunehmen gedenkt. Als verlesen wurde, dass Angela Merkel am Dienstag Faschings-Prinzenpaare aus ganz Deutschland empfangen wird, reichte es den meisten: Sie verließen demonstrativ den Saal.
Quelle: Der Westen – Onlineausgabe
Arg angefasst verlas er am Vormittag im Ministerium ein dürres Statement. Bezeichnend sein erster Satz. Was erschien ihm besonders dringlich? Was stellte er an erster Stelle klar? Dass es keiner „Aufforderung bedurft“ habe. Es trifft ihn hart, dass alle mitbekamen, wie er am Vorabend zum Rapport im Kanzleramt antreten musste. Hausherrin Angela Merkel stützt ihn, hielt aber eine Klarstellung für angebracht. Ihr Minister raffte sich am Freitag sogar zu einer Quasi-Entschuldigung auf. Sollte er jemandem geschadet haben, „tut mir das aufrichtig leid“.
Fragen ließ zu Guttenberg nicht zu. Kaum hatte er die Erklärung verlesen, machte der Mann auf dem Absatz kehrt. Mehr noch: Guttenberg will zum Vorwurf fortan eisern schweigen, sich auf sein Amt konzentrieren („kann ich auch“) und die Aufklärung der Uni Bayreuth überlassen.
Nur am Rande sei erwähnt, dass in Afghanistan erneut ein Bundeswehrsoldat getötet wurde, darüber hinaus hat es neun Verletzte gegeben. Mal sehen was Kerner darüber berichtet…

