Bundesregierung

32. Mucher Sonntagswort

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…und noch ein Artikel zu Wulff

Also das muss man sich wirklich gut überlegen: schreibe ich auch mal etwas zu dem Thema Bundespräsident Wulff? Seit Wochen liefert er die Headlines in den Boulevard-Gazetten, aber auch in den als seriöser geltenden Medien wie Spiegel, Focus, Hamburger Abendblatt, FAZ usw. Dazu kommen tägliche Statements aus allen Parteien in alle Richtungen. Es gibt laute Rücktrittsforderungen und meist leisere Solidaritätsbekundungen. Viele wollen erst noch abwarten und hoffen auf die heilende Kraft der Zeit. Andere wiederum starten Umfragen und fragen nun das Volk (als hätte man es damals bei der Wahl gefragt). Laut ZDF-Politbarometer sind 50% für einen Rücktritt, 44% für einen Verbleib. 72% halten jedoch den Bundespräsidenten für im Amt beschädigt und mindestens ebenso viele wollen, dass ein nächster Bundespräsident (oder eine Bundespräsidentin) direkt vom Volk gewählt wird.

Wie sieht man die Wulff-Affäre eigentlich außerhalb von Deutschland? In den USA, in Frankreich und in Großbritannien wird sie kaum wahrgenommen. In England schaffte es auch eine 500000 € Meldung auf die Titelseite, es ging aber nicht um Wulffs Immobilienkredit, sondern um den Schweizer Zentralbankpräsidenten Philipp Hildebrand, dessen Frau kurz vor der Abwertung des Schweizer Franken allzu
gewinnbringend mit Devisen spekuliert hatte. Frankreich hat mit Juppé einen vorbestraften Außenminister und Ex-Präsident Chirac hatte seinerzeit bis zu sieben Ermittlungsverfahren gegen sich laufen. Und Italien? Aber hallo, da kann man nur müde lächeln ob der Peanuts, um die man sich hierzulande echauffiert angesichts eines gewissen Signore Berlusconi, den man gerade mühsam aus seinem missbrauchten Amt gedrängt hat.

Gerade heute kommt ein neuer Vorwurf auf aus dem Jahr 2008, als er als Niedersachsens Ministerpräsident zwei Nächte im „Bayerischen Hof“ in München verbracht hatte und von einem Berliner Filmproduzenten einen Zuschuss von 200 € pro Nacht für eine Luxussuite erhielt, wovon Wulff allerdings wohl gar nichts wusste.
Wulff hatte mit seiner Frau erstmalig auch das Oktoberfest besucht. Der Besuch hatte also einen deutlichen privaten Charakter. Mal abgesehen von den nun wirklich niedrigen Summen, um die es hier geht, frage ich mich eher, was die zuständige Rechnungsprüfung im Land zu sagen hat, was die Abrechnung solcher gemischt privater und offizieller Besuche angeht. Ich will hiermit auch hauptsächlich darauf
hinweisen, dass mittlerweile eine regelrechte Hetz- und Treibjagd statt findet. Jeder neue Vorwurf und leider auch jeder Scheinvorwurf bringt neue Zeilen und Spalten auf den ersten Seiten. Das ist das Gesetz der Journaille. Das kann Politiker und andere Promis treffen und schon manche haben unter derartigen Attacken psychische Verletzungen erlitten und sich nicht wieder erholt. Da muss man auch mal ganz klar
einen mahnenden Finger in Richtung Journalisten erheben.

Doch zurück zu Wulff und seiner Rolle in der Affäre. Lange Zeit galt er als Vorzeigepräsident und machte eine gute Figur in der Repräsentation im Inland und im Ausland. Dies ist seine Hauptaufgabe. Darüber hinaus soll er in Reden Stellung nehmen zu wichtigen aktuellen Themen und ein Mahner sein, wenn etwas aus dem Ruder zu laufen droht. Voraussetzung dafür ist eine souveräne Integrität und absolute Unabhängigkeit. Diese soll ihm durch ein großzügiges Einkommen auch über die Amtszeit hinaus garantiert werden. So erhält er ja – selbst bei eigenem Rücktritt – eine lebenslange Pension von 200000 € pro Jahr. Und jetzt sind wir eher wieder beim eigentlichen Thema. Wir alle kennen auch die Summen, die abgedankte
Manager erhalten, bzw. sich selbst genehmigen. Da geht es regelmäßig um Millionenbeträge. Da kommt sich selbst ein Bundespräsident als Almosenempfänger vor. Genauso scheinen sich andere Führungspersonen aus der Politik zu fühlen, wenn sie nach Ende ihrer Amtszeit schnurstracks in die Aufsichtsräte der Konzerne
wechseln, die sie vorher noch überwachen sollten.
Im Neuen Testament schreibt Apostel Paulus an Timotheus von der Gier als die Wurzel allen Übels (avaritia radix omnium malorum) und über die Jahrhunderte nahm es Luther in seinem Kampf gegen Obrigkeit und Kirche diese Erkenntnis ebenso auf wie zur großen Inflation zu Beginn des 30jährigen Krieges und bis hin zu den Krisen der Neuzeit.

Das scheint mir der wirkliche Knackpunkt auch zum Thema Wulff-Affäre zu sein. Das ist es auch, was die Öffentlichkeit, die normalen Bürger, am meisten stört. Ich weiß mittlerweile auch nicht mehr, ob ich nun für einen sofortigen Rücktritt plädieren soll – zuviel stört mich an den gesamten Vorgängen im Umfeld. Sicher ist nur, dass die Aufklärungsversuche kläglich gescheitert sind und noch mehr Öl ins Feuer gegossen haben. Welche Rollen dabei die Berater, der Sprecher und die Anwälte spielen, ist mir auch noch unklar und dann gibt es da auch noch meine Haltung, dass jemand auch eine Chance haben muss zur Wiedergutmachung, zur Umkehr, zur Buße. Dazu braucht es aber auch eine Erkenntnis, Fehler gemacht zu haben; das ist mir bei Christian Wulff viel zu wenig ausgeprägt. Aber jetzt mit Steinen zu werfen, mag ich auch nicht.

Es ist jetzt Zeit, von der Einzelperson Christian Wulff den Bogen zu spannen zu allen politischen Repräsentanten und Verantwortlichen. Die allermeisten von uns stehen aktuell nicht in der Gefahr, ihre Macht missbrauchen zu können. Dennoch sage ich mir, auch im Kleinen kann ich den Anfängen währen. Nur wenn ich mir der Gefahren bewusst bin, bin ich gewappnet. Dann kann ich auch darauf hinweisen, wenn mir die Macht Einzelner scheinbar zu groß wird. Dann kann ich auf Transparenz pochen, wo mir zu viel verschleiert wird. Dann kann ich für Mäßigung plädieren, wo Ungleichheit entsteht und Solidarität verlustig geht. Und da gibt es genug aktuelle Betätigungsfelder. Da gilt es die immer schneller wachsende Schere von Habenden und Nicht-Habenden zu durchbrechen, die Teilhabe von Menschen mit körperlichen, psychischen und sozialen Handicaps zu fördern und der Zerstörung des gesunden Gleichgewichts von Mensch, Tier und Umwelt auf allen Ebenen entgegen zu wirken.
Genug zu tun also und da ist es auch egal mit welchem Bundespräsidenten.

Einladung zur Partei-Sitzung im Januar

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Hiermit laden wir alle Mitglieder, Freunde und Interessierte zur ersten Sitzung im neuen Jahr ein.

DIE LINKE. Much trifft sich am Freitag, den 13. Januar 2012 um 19:00 in der Mucher Real-/Hauptschule (und neuerdings Gesamtschule), Schulstr. 12 – 14, im Nebenraum der Mensa.

Wir besprechen die aktuelle Politik aus unserer Gemeinde, dem Kreis, dem Land und der weiten Welt.
Ausserdem werden die Aktionen und Themen für das Jahr 2012 vorgestellt.

Wer mitmachen möchte, kommt einfach vorbei – die Sitzung ist öffentlich.

Mit freundlichen Grüßen,
Ihre LINKE. Much

Kaschieren und blamieren

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Zur Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt im Monat Dezember erklärt die Bundesgeschäftsführerin der LINKEN, Caren Lay:

Es gibt die Arbeitslosen, die es offiziell nicht gibt. Die Bundesagentur liefert monatlich eine Gefälligkeitsstatistik für Frau von der Leyen, für den Monat Dezember addierte die Behörde 2,78 Millionen Menschen ohne Beschäftigung zusammen. So lässt sich prima auf ein "gutes Jahr" zurückblicken.
DIE LINKE rechnet seit 2009 monatlich noch einmal nach: In der offiziellen Statistik fehlen Arbeitslose über 58, Menschen in Beschäftigungsmaßnahmen und 1-Euro-Jobs, kranke Arbeitslose, Arbeitslose in Weiterbildung und in sogenannten beruflichen Eingliederungen. All diese Menschen sind arbeitslos, zusammen im Monat Dezember mehr als eine Million. Insgesamt waren im Dezember somit 3,80 Millionen Menschen arbeitslos. Kein so gutes Jahr, also.
Und ganz abgesehen davon: Die Arbeitsplätze, die entstehen, befinden sich zu einem Großteil im Niedriglohnbereich, sind prekäre Beschäftigungsverhältnisse oder Leiharbeit. Schlecht bezahlt und unsicher taugt diese Arbeit nicht für ein gutes Leben und nicht für eine gute Rente.
DIE LINKE  fordert eine Arbeitsmarktpolitik, die Menschen in sozialversicherungspflichtige, existenzsichernde Arbeit bringt – sich darum zu kümmern, ist weit sinnvoller, als Statistiken zu schönen.

Aufklärungsserie der FAZ zur Finanzkrise und Demokratie

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Bankenkrise der Spekulanten


Zur Bankenkrise, welche durch die Spekulanten ausgelöst wurde, und die uns heute als Schuldenkrise, Eurokrise oder mit anderen falschen Namen verkauft wird, hat die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG eine sehr eindrucksvolle Serie namhafter Autoren veröffentlicht.
Diese bemerkenswerte Sammlung Essays im Feuilleton der FAZ klärt vielfach über die Hintergründe dieser Krise auf, die Verstrickungen der Politik mit der Finanzwirtschaft, die Bedrohung der Demokratie und warum die herrschende Elite weder willens noch fähig ist, dringend nötige Änderungen am globalisierten Wirtschaftssystem vorzunehmen.
Ebenso finden Sie diese Übersicht und weitere lesenswerte Artikel auf den NachDenkSeiten.

Hier die Übersicht der Artikel:

15. 08. 2011 – von Frank Schirrmacher

Bürgerliche Werte – „Ich beginne zu glauben, dass die Linke recht hat“

Im bürgerlichen Lager werden die Zweifel immer größer, ob man richtig gelegen hat, ein ganzes Leben lang. Gerade zeigt sich in Echtzeit, dass die Annahmen der größten Gegner zuzutreffen scheinen.

01. 11. 2011 – von Frank Schirrmacher

Der griechische Weg – Demokratie ist Ramsch

Wer das Volk fragt, wird zur Bedrohung Europas. Das ist die Botschaft der Märkte und seit vierundzwanzig Stunden auch der Politik. Wir erleben den Kurssturz des Republikanischen.

04. 11. 2011 – von Jürgen Habermas

Euro-Krise – Rettet die Würde der Demokratie

Papandreou hält dem zerrissenen Europa den Spiegel vor. Ein Kommentar zu Frank Schirrmachers „Demokratie ist Ramsch“.

13. 11. 2011 – von Frank Schirrmacher

Eurokrise – Und vergib uns unsere Schulden

Jeder Umsturz, jede Revolution beginnt mit Schulden, welche die Gesellschaft nicht mehr bezahlen kann. David Graebers großes Buch „Debt“ zeigt uns, wo wir heute stehen. Eine Befreiung.

23. 11. 2011 – von Albrecht Müller

Euro-Krise – Die Lüge von der Systemrelevanz

Die Finanzwirtschaft hat die Politik im Griff – und warum? Weil jede Bank für „systemrelevant“ erklärt wird. System hat aber nur die Lüge, meint der Sozialdemokrat Albrecht Müller.

02. 12. 2011 – von Michael Hudson

Politik und Finanz – Was sind Schulden?

Die Weltgeschichte beweist: Interessen von Gläubigern sind nicht die der Demokratie. Bankenrettungen führen in die Oligarchie. Der Finanzsektor betreibt eine neue Art der Kriegsführung.

03. 12. 2011 – von Michael Hudson

Oligarchie der Finanz – Der Krieg der Banken gegen das Volk

Es gibt einen Weg, wie der Euro gerettet werden kann: Man muss nur der Europäischen Zentralbank erlauben, das zu tun, wofür Notenbanken gegründet worden sind: Geld drucken.

08. 12. 2011 – Sahra Wagenknecht

Schluss mit Mephistos Umverteilung!

Auch Eurobonds werden nicht helfen: Die Finanzkrise, von neoliberaler Politik verschuldet, greift vor allem den Mittelstand an – und damit die Demokratie. Aber noch ist es nicht zu spät.

    

Allestöter Roundup verbieten

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"Verbraucherpolitik muss Transparenz schaffen, für Rechtssicherheit sorgen und gesundheitlichen Schutz gewährleisten."

Bundesministerin Ilse Aigner

 

imageFrau Aigner, wir nehmen Sie beim Wort und fordern den sofortigen

  • Verkaufsstopp glyphosathaltiger Pflanzengifte an Privatpersonen

  • Stopp des Einsatzes glyphosathaltiger Pflanzengifte in der Landwirtschaft

  • Importstopp genmanipulierter Lebens- und Futtermittel

Denn wir brauchen gesunde Lebensmittel für alle Menschen und Tiere!

Werden Sie aktiv: Gift und Gentechnik sind keine Lösung. Die Mehrheit der Verbraucherinnen und Verbraucher wollen gesunde Lebensmittel, nachhaltig-ökologische Landwirtschaft und eine intakte Umwelt.
Fordern Sie das Ende von Roundup, Gyphosat und Gentechnik in Deutschland und Europa. Senden Sie eine Protestmail an Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner.

Unterschreiben Sie hier die Protestnote bei der Onlineaktion vom Umweltinstitut München.

Mit einem Klick auf die obige Grafik laden Sie das Faltblatt zum Thema Roundup und Glyphosat.

Ergänzend ein Bericht vom SWR: http://swrmediathek.de/player.htm?show=bd613fb0-ffdc-11e0-b216-0026b975f2e6

Mucher Sonntagswort: Von der Leyens Mindestlöhne – Altersarmut vorprogrammiert

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von Martin Beinersdorf, OV Much, SkB Finanzausschuss Rhein-Sieg

Die CDU wackelt! Nach dem (genötigten) Atomausstieg jetzt die nächste 180 Grad Wende der Regierung?

Vermehrt ertönen nun auch aus Reihen der CDU lautstark Forderungen nach Einführung eines Mindestlohns. Gute Aussichten für ArbeitnehmerInnen?

Ich befürchte nicht! Was die CDU da fordert hört sich in weiten Teilen sehr unausgegoren an und soll wohl eher dazu dienen den Betroffenen Sand in die Augen zu streuen.
Auf einmal ist aus Reihen der CDU von "gerechter Bezahlung für gute Arbeit" und "einer Frage der Würde das Menschen von Ihrer Tagesarbeit Leben können" die Rede.
Die Sprüche könnten auch auf dem Bundesparteitag der Linken gefallen sein – nur das sie dort ernst gemeint gewesen wären.

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Mindestlöhne richten keine Schäden an

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Quelle: Ksta.de

Die bislang in Deutschland bestehenden gesetzlichen Mindestlöhne vernichten keine Arbeitsplätze und verzerren auch nicht den Wettbewerb. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht der Bundesregierung, wie das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ am Sonntag berichtete. Vier Forschungsinstitute untersuchten demnach im Auftrag des Bundesarbeitsministeriums die Wirkungen der Mindestlöhne.

Den ganzen Artikel finden sie hier.

 

Hier eine Liste zum Mindestlöhnen:

Luxemburg 1.570 €
Niederlande 1.335 €
Belgien 1.309,6 €
Vereinigtes Königreich 1.222,5 €
Frankreich 1.280 €
Irland 1.462 €
Griechenland 680,6 €
USA 696 €
Spanien 700 €
Malta 612,3 €
Slowenien 538,5 €
Portugal 497,0 €
Türkei 353,8 €
Tschechien 304,0 €
Ungarn 272,5 €
Polen 312,7 €
Estland 278,0 €
Slowakei 242,5 €
Litauen 231,7 €
Lettland 239,7 €
Bulgarien 112,5 €
Rumänien 141,4 €
Russland 117 €
Schweden , Dänemark Branchenregelungen
Österreich über Sozialpartner
Deutschland (in manchen Branchen)
Schweiz (in der Diskussion)
Stand 2008 Eurostat, Quelle: wikipedia

Kredithebel beim EFSF – Fragen und Antworten

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Nach der Abstimmung im Bundestag über die Ausweitung des Euro-Rettungsschirm EFSF Ende September begann unmittelbar die Debatte darüber, ob die zur Verfügung stehenden Mittel mithilfe eines Kredithebels nicht erhöht werden können. Doch was ist ein Kredithebel, wie funktioniert er, welche Vorteile und welche Risiken birgt er?

Kaum ist der EFSF-Rettungsschirm aufgestockt, da wird schon wieder darüber geredet, ob seine Mittel ausreichen. Warum?

Vor der Aufstockung konnte der EFSF-Rettungsschirm lediglich Kredite bis zu einer Gesamtsumme von 250 Milliarden Euro vergeben. Davon waren rund 150 Milliarden durch bestehende Kreditzusagen an Griechenland, Portugal und Irland bereits ausgegeben bzw. reserviert. Da die herrschende Politik sich als unfähig erwiesen hatte, die Krise erfolgreich zu bewältigen, drohte sich die Krise in der Eurozone nun zusätzlich noch auf große Volkswirtschaften wie Italien auszudehnen. Der Rettungsschirm wurde deshalb aufgestockt. Jetzt kann er Kredite im Volumen von 440 Milliarden Euro vergeben. Allerdings wurden nicht nur die Mittel des Rettungsschirms aufgestockt, sondern auch seine Kompetenzen erweitert. Für diese neuen Aufgaben sind zusätzliche erhebliche Mittel erforderlich.

Welche Aufgaben sind das?

Der Fond soll zukünftig "bedrohten“ Ländern (z.B. Italien) präventive Kreditlinien einräumen, Kredite zur Rekapitalisierung von Banken vergeben und Anleihen von Krisenländern kaufen, um so deren Zinsen zu drücken. Da der EFSF aufgrund der ausstehenden Zustimmung in den nationalen Parlamenten bislang noch nicht einsatzbereit ist, hat die Europäische Zentralbank zwischenzeitlich die Aufgabe des Aufkaufs von Staatsanleihen übernommen. Sie hat dafür in den letzten zwei Monaten knapp 90 Milliarden Euro eingesetzt. Zwar lässt sich diese Zahl nicht einfach auf das Jahr hochrechnen. Trotzdem macht der Betrag deutlich, dass der EFSF schon allein mit dieser Aufgabe bald überfordert wäre.

Warum sollen gerade Hebelinstrumente die Lösung bringen?

Durch sogenannte Hebelinstrumente lässt sich das Volumen der Hilfskredite des Rettungsfonds vergrößern, ohne dass der Garantierahmen (im Fall Deutschlands 211 Milliarden Euro zuzüglich Zinskosten) aufgestockt werden müsste. Dies ist insofern wichtig, als eine nochmalige Aufstockung der Mittel für den Rettungsschirm politisch in vielen Euro-Ländern als nicht mehr durchsetzbar gilt.

Was ist ein Kredithebel?

Zur Verfügung stehende Mittel für eine Investition werden durch einen Kredit vergrößert. Wenn die Rendite der Investition höher ist als der Zins für den Kredit, kann so der Profit um ein Vielfaches gesteigert werden. Umgekehrt steigt aber auch der Verlust um ein Vielfaches. Ein Kredithebel ist also kein Dukaten scheißender Goldesel. Der Preis für die höhere Profitmöglichkeit ist ein höheres Verlustrisiko. Nach diesem Prinzip haben Banken und Hedgefonds ihre Bilanzen aufgeblasen und jahrelang ihre Profite gehebelt. Dann kam die Finanzkrise und das Eigenkapital war für die Verluste zu niedrig. Es ist schon bezeichnend, dass jetzt der Ausweg aus einer Krise mit einem Instrument gesucht wird, das in die Krise hineingeführt hat.

Kann man das an einem Beispiel deutlich machen?

Nehmen wir im ersten Fall an, jemand investiert 100 Euro eigenes Geld und erzielt damit innerhalb eines Jahres eine zehnprozentige Rendite. Dann bekommt er nach einem Jahr 110 Euro zurück. Nehmen wir im zweiten Fall an, dass jemand seine eigenen 100 Euro und zusätzlich 100 Euro geliehenes Geld – also insgesamt 200 Euro – in die gleiche Anlage investiert hat. Für die 100 Euro geliehenes Geld zahlt er fünf Prozent Zinsen. Nach einem Jahr bekommt er 220 Euro zurück. Damit tilgt er seinen Kredit über 100 Euro und zahlt fünf Euro Zinsen. Nach einem Jahr bleiben im zweiten Fall 115 Euro übrig. Fünf Euro mehr als im ersten Fall – also im Fall der Investition ohne Kredit. Die Eigenkapitalrendite liegt demnach am Ende bei 15 Prozent, anstatt bei zehn ohne Kredithebel.

Welche Hebelinstrumente sind für den EFSF-Rettungsfond im Gespräch?

Folgende drei Ideen kursieren: Der EFSF fungiert als Teilkaskoversicherung für Staatsanleihen. In diesem Fall übernimmt er zum Beispiel zu einem Viertel die Verluste eines Investors, wenn beispielsweise Italien zahlungsunfähig wird. Würden auf diese Art genug Investoren für Staatsanleihen angelockt, ergäbe das ein höheres Kreditvolumen.

Zweite Hebelidee: Der EFSF könnte gekaufte Anleihen nach Risikoklassen bündeln und als verbriefte Forderungen weiterverkaufen. Die Anleihen mit dem höchsten Risiko würden beim EFSF verbleiben. Mit den Erlösen dieser Verkäufe könnte der EFSF wieder neue Anleihen erwerben.

Die dritte Möglichkeit wäre, dem EFSF eine Banklizenz zu erteilen.

Wie würde der EFSF als Bank funktionieren?

Der EFSF kauft mit seinen zur Verfügung stehenden Mitteln Anleihen der Krisenländer. Danach leiht er sich frisches Geld bei der Europäischen Zentralbank (EZB), indem er die gekauften Staatsanleihen dort als Sicherheit hinterlegt. Experten halten so einen Hebel von acht bis zehn für realistisch. Das bedeutet, dass der EFSF mit den noch freien Mitteln von ungefähr 300 Milliarden Euro seine Kapazität auf ungefähr drei Billionen Euro hochhebeln könnte.

Was bedeutet ein Kredithebel für die EZB?

Die EZB würde im Ernstfall auf wertlosen Staatsanleihen sitzenbleiben. Sie mutiert also zu einem potentiellen Schrottplatz für Staatsanleihen. Für die Verluste der Zentralbank haften in letzter Instanz die Steuerzahler.

Was ist der Unterschied zu dem Modell, dass sich die Staaten über eine öffentliche Bank bei der EZB zu niedrigen Zinsen finanzieren, so wie es DIE LINKE fordert?

Der Kauf von Staatsanleihen durch den EFSF ist an Bedingungen geknüpft. Die hilfsbedürftigen Staaten müssen sich einem Kürzungs- und Privatisierungsdiktat unterwerfen. Je nach Kooperationsbereitschaft könnte der EFSF also entweder Länder finanzieren oder sie den Finanzmärkten zum Fraße vorwerfen. DIE LINKE fordert stattdessen die Finanzierung der Staaten grundsätzlich und ohne Bedingungen von den Finanzmärkten zu befreien: Allen Staaten der Eurozone sollte ein gleichberechtigter Zugang zu billigen Krediten der EZB mithilfe einer öffentlichen Bank und ohne weiteren Umweg über die Finanzmärte eingeräumt werden. Darüber hinaus muss die öffentliche Verschuldung nicht durch unsoziale Kürzungsprogramme, sondern durch eine ausreichende Besteuerung von Millionären und Großkonzernen auf ein tragfähiges Niveau gebracht werden.

Welches Modell wird gegenwärtig für den Euro-Rettungsschirm favorisiert?

Die Bundesregierung hat bisher keine eindeutigen Sympathien erkennen lassen. Bundesbankpräsident Weidmann ist gegen eine Banklizenz für den EFSF. Die Finanzmärkte haben eine klare Präferenz für die Banklizenz, weil damit am meisten Geld auf die Märkte gepumpt werden würde.

Muss der Bundestag erneut zustimmen, bevor ein Kredithebel für den Rettungsschirm installiert wird?

Das kann mit abschließender Gewissheit erst gesagt werden, wenn das Finanzinstrument feststeht, mit dem die Mittel des EFSF gehebelt werden sollen. Ist zur Umsetzung eine Kompetenzerweiterung des Fonds notwendig, muss das Parlament zustimmen.

linksfraktion.de, 11. Oktober 2011

Occupy Together – Siegburg 15.10.2011

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imageOccupy Together – mit diesem Slogan setzen sich große Teile der amerikanischen Bevölkerung mit unserem Wirtschaftssystem kritisch auseinander. Am image15.10.2011 fanden europaweit zahlreiche Demonstrationen gegen die Ungerechtigkeit des herrschenden Systems statt. Die Kreistagsgruppe der Partei Die Linke. im Rhein-Sieg-Kreis hatte zusammen mit dem Kreisvorstand in diesem Sinne zur Kundgebung „Occupy Siegburg“ aufgerufen. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger waren dem Aufruf gefolgt und ließen sich über Alternativen zur Bankenfinanzierung, Griechenlandrettung und Ungerechtigkeiten made by Merkel und Westerwelle informieren. „Man merkte in vielen Gesprächen das die Menschen einen Wechsel hin zu einer gerechteren Weltwirtschaftsordnung mit einer gemeinsamen Teilhabe wünschen, eben nicht mehr das Prinzip das Banken und Ratingagenturen vorgeben wie eine Regierung zu entscheiden hat.“ imageso Eveliene Beinersdorf, Kreisprecherin der Linken und Michael Otter ergänzt als Kreistagsabgeordneter „Wir müssen endlich weg vom sozialisieren der Spekulationsverluste der Banken, wieder hin zu einer Bankengesellschaft die wieder dem Bürger dient statt ihn auszubluten“. Martin Beinersdorf, Mitorganisator und Sachkundiger Bürger im Finanzausschuss hob auch die gute Resonanz der erst Anfang der Woche kurzfristig anberaumten Veranstaltung bei den eigenen Mitgliedern hervor. Queer durch den ganzen Rhein-Sieg-Kreis waren Unterstützer angereist. „Ob Links- oder Rechtrhein, wir können mit einer Stimme sprechen, wenn wir nur wollen und wir werden was bewegen wenn wir einig sind“. In diesem Sinne soll die Aktion auch in den kommenden Wochen mit weiteren Veranstaltungen fortgeführt werden.  IMAG0111

Bilder: Martin Beinersdorf

Rechtslücke macht Strom teurer

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Quelle: Ksta.de

 

Ein derart umfängliches Versagen der Aufsicht durch die Regierung hat es wohl noch nie gegeben, seit die Energiemärkte 1998 liberalisiert wurden: Bis zu zwei Milliarden Euro kassieren die Betreiber der Strom- und Gasnetze kommendes Jahr zusätzlich von ihren Kunden, weil ein Urteil des Bundesgerichtshofs nicht ernst genommen wurde.

Den ganzen Artikel zum Versagen der Bundesregierung finden Sie hier.

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