Bundestagswahl 2009

Schlusslicht Deutschland

Vorlesen mit webReader

Die Einkommen der Arbeitnehmer sind im vergangenen Jahr nur um 0,1 Prozent gestiegen. Damit zählt Deutschland zu den Schlusslichtern – andere EU-Bürger haben deutlich mehr in der Tasche.

Quelle:süddeutsche.de

Hier gehts zum kompletten Artikel.

Frühjahrs-Tipp für Schulen, Familien, Obdachlose: Spenden Sie an die Koalitionsparteien!

Vorlesen mit webReader

Elmar Wigand vom Verein LobbyControl  stellte gegenüber dem SPIEGEL fest: “Mit dem Eintritt der FDP in die Bundesregierung gewinnen die Unternehmerlobbyisten an Einfluss“. Dieses Prinzip aber sollte bei einer selbst ernannten Volkspartei wie der FDP letztlich für alle gelten und nur eine Frage der Summe sein. Als heißer Frühjahres-Tipp kann deshalb allen, die irgendein Anliegen an die Politik haben (Reformen im Bildungssystem, Förderung von Familien, Abwendung bzw. Milderung einer eventuell bevorstehenden Klimakatastrophe usw.) eine großzügige Spende wärmstens empfohlen werden. Würden alle deutschen Obdachlosen beispielsweise je einen erbettelten Euro an die Regierung spenden, käme die stattliche Summe von immerhin 860.000 Euro zusammen. Dafür lässt Schwarz-Gelb bestimmt per Gesetz ein paar mehr Kälte-Notunterkünfte einrichten.

Link-Tipp: FDP – Die Liberalen – dort gibts auch ein Kontaktformular – hören Sie doch mal nach was Sie für Ihr Geld bekommen können!

Quelle: readers-edition.de

Der Fall Koch – Ein gefährlicher Schwätzer!

Vorlesen mit webReader

(von Martin Beinersdorf, die Linke.Much) Link Zum Thema bei Spiegel.de

Hessens Ministerpräsident Roland Koch fordert eine strenge Arbeitspflicht für Hartz-IV-Empfänger. Man müsste jedem Hartz-IV-Empfänger abverlangen, dass er als Gegenleistung für die staatliche Unterstützung einer Beschäftigung nachgehe, auch niederwertige Arbeit, sagte er der «Wirtschaftswoche». Gleichzeitig sprach sich Koch für höhere Hinzuverdienst-Grenzen aus.

Herr Koch verdreht die augenblickliche Lage nur um populitisches Geschwätz zu verbreiten. Fakt ist, z. Zt. sind in Deutschland für die zur Verfügung stehende Arbeit mehr Arbeitnehmer als “nötig” vorhanden. Dieses Überangebot an Arbeitskraft hat in der Vergangenheit sie Reallohnverlusten und steigender Arbeitslosigkeit geführt. Die Unternehmen (oft ohne soziales Gewissen) “kaufen” die billigst mögliche Arbeitskraft und entlassen oft gerade ältere und teurere Arbeitnehmer.

Sicher würde es dem CDU/CSU/FDP nahen Klientel sehr gut passen, regulär bezahlte Jobs einfach durch HartzIV-Ein-Euro-Jobber zu ersetzen. Die Rechnung ginge ja auch auf – für die Unternehmen!

Ein wenig was zur Person des Roland Koch:

Roland Koch war von 1999 bis 2003 Aufsichtsratsvorsitzender der Fraport AG, an der das Land Hessen seinerzeit einen Anteil von etwa 45 Prozent hatte. Neben seinem Einsatz für den Ausbau des Rhein-Main-Flughafens geriet dabei auch seine Doppelfunktion als Ministerpräsident und Aufsichtsratsvorsitzender in die Kritik. Im November 2003 soll sich Koch dafür eingesetzt haben, dass die Gehälter zweier Vorstandsmitglieder um nahezu 50 Prozent angehoben werden. Vor dem Hintergrund, dass im selben Jahr das Weihnachtsgeld für die Betriebsrentner der Fraport ersatzlos gestrichen wurde, stieß auch dieses Vorgehen auf Kritik. (Quelle: Wikipedia)

In Zeiten steigender Arbeitslosigkeit und vor allem steigender Kurzarbeit, werfen wir jetzt auch noch vom Staat gesponserte HartzIV-Empfänger mit menschenunwürdiger Bezahlung in den Ring. Eigentlich sollte sich da jedem Bürger, egal welcher politischen Coloeur man angehört,  der Magen umdrehen. Soviel geistigen Blödsinn auf einmal – das kann nur Koch!

Aber die CDU braucht ihn. Roland Koch ist der schwarze Schatten der CDU – er spricht aus was andere denken und bereitet den Weg. Ob rassistische Äußerungen im Wahlkampf…

Im Dezember 2007 verprügelten zwei ausländische Jugendliche einen Rentner in einer Münchener U-Bahnstation, nachdem dieser die beiden aufgefordert hatte, ihre Zigaretten auszumachen. Der Rentner erlitt einen mehrfachen Schädelbruch. Roland Koch forderte daraufhin eine Verschärfung des Jugendstrafrechts, sprach sich indirekt für eine Abschiebung krimineller Ausländer aus und benutzte beide Themen auch in seinem Wahlkampf. „Wer sich als Ausländer nicht an unsere Regeln hält, ist hier fehl am Platz“ sagte er der Bild-Zeitung. Der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan Kramer, warf Koch NPD-Nähe vor. CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla wies die Kritik zurück. Der Vorwurf, Kochs Wahlkampf unterscheide sich kaum noch von dem der NPD, sei „an Absurdität gar nicht mehr zu überbieten“.

Im Wahlkampf um die Landtagswahl 1999 führte die CDU die umstrittene Unterschriftenaktion gegen die Reform des deutschen Staatsbürgerschaftsrechts gegen die damalige rot-grüne Bundesregierung durch. Kritiker warfen Koch deswegen vor, Ausländerfeindlichkeit zu schüren und für den Wahlkampf zu instrumentalisieren.(Quelle: Wikipedia)

…oder Geldangelegenheiten…

Im Zusammenhang mit der Spendenaffäre der Bundes-CDU wurde auch eine Affäre der hessischen CDU bekannt. Unter anderem hatten der ehemalige Innenminister Manfred Kanther und der frühere CDU-Landesschatzmeister Casimir Prinz zu Sayn-Wittgenstein mehrere illegale Parteispenden als angebliches Vermächtnis von verstorbenen Juden verbucht.

Roland Koch erklärte, diese Vorgänge seien ihm nicht bekannt gewesen, und er versprach die „brutalstmögliche Aufklärung“. Auf einer Pressekonferenz am 10. Januar 2000 verschwieg er trotz mehrfacher Nachfrage die Rückdatierung eines Kreditvertrags über 2 Mio. D-Mark, der Geldflüsse in der Parteibuchhaltung rechtfertigen sollte.

Unterstützt durch die CDU und den hessischen Landesverband der FDP verblieb Koch trotz mehrfacher Rücktrittsforderungen im Amt. Der damalige Chef der Staatskanzlei, Franz Josef Jung, trat hingegen zurück, was von Beobachtern als Bauernopfer interpretiert wurde. Die Opposition im hessischen Landtag kritisierte auch insbesondere, dass Kochs Wahlkampf 1998/1999 teilweise durch die schwarzen Kassen finanziert worden war, und versuchte, eine Annullierung der Wahl zu erreichen, was jedoch fehlschlug. (Quelle: Wikipedia)

…er ist schon ein Vollblutpolitiker ohne Skrupel:

Koch setzte sich zudem für einen Ausbau des Frankfurter Flughafens ein. Das von ihm angestrebte Nachtflugverbot war jedoch nach Meinung der Landesregierung rechtlich nicht durchsetzbar, so dass am 18. Dezember 2007 durch das Wirtschaftsministerium eine Ausbaugenehmigung erteilt wurde, die zwar eine massive Reduzierung der Nachtflüge, aber kein Verbot vorsah. Koch wurde daraufhin von Seiten der Opposition und der Ausbaugegner Wortbruch vorgeworfen. Bereits 2006 sprach sich Koch dafür aus, eine Option für den Bau neuer Atomkraftwerke offen zu halten. Er verwies dabei auf das Nachbarland Frankreich, in welchem derzeit die Kernkraftwerke der „nächsten Generation“ gebaut würden. (Quelle: Wikipedia)

Aber so hält man sich im Gespräch (und leider auch in der Politik):

BerlinerKurier:

…Berlin – Seine Ausfälle gegen Ausländer und Minderheiten sind berüchtigt – jetzt hetzt Roland Koch (CDU) gegen Arbeitslose. Der hessische Ministerpräsident will die Hartz-IV-Reform nutzen, um eine Arbeitspflicht einzuführen. „Wir müssen jedem Hartz-IV-Empfänger abverlangen, dass er als Gegenleistung für die staatliche Unterstützung einer Beschäftigung nachgeht“, forderte Koch…

readers-edition.de:

…Wieder einmal “brutalst möglich”: Der hessische Ministerpräsident Roland Koch hat den ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender absägen lassen. Nach zehn Jahren wird der Vertrag des 60-Jährigen nicht verlängert. Damit hat Koch nun auch noch bewiesen, dass er nicht nur ein Parlament belügen oder gegen Ausländer hetzen, sondern auch einflussreicher als der Intendant des Zweiten Deutschen Fernsehens sein kann. Immerhin hat der hessische Ministerpräsident so viele Verbündete gefunden, dass Nikolaus Brender nur sieben von 14 Stimmen im ZDF-Verwaltungsrat bekam…

Schreiben Sie Ihm doch einfach mal was Sie von seiner Politik halten. Hier gehts zum Kontaktformular.

Atomkraft – um jeden Preis!

Vorlesen mit webReader

Quelle KSTA.DE

Mehrere Aussagen im Fachbericht des Bundesamtes für Strahlenschutz über das Asse-Debakel wurden nachträglich verändert oder geglättet. Da liegt der Verdacht nahe, dass hier eine politische Motivation vorliegt.

Hier lesen Sie wie unabhängige Institutionen “weichgespült” werden.

Ärger um Millionen-Spende für FDP – oder – “ein unmoralisches Angebot”

Vorlesen mit webReader

Quelle: KSTA.DE

Ausgerechnet ein Hotelier hat der FDP mit einer Rekord-Spende von 1,1 Millionen Euro unter die Arme gegriffen. In Koalitionsverhandlungen hatte die FDP eine Senkung des Mehrwertsteuersatz auf Hotel-Übernachtungen von 19 auf 7 Prozent gedrungen.

Mehr zum “wahren kölschen Klüngel” lesen sie hier.

oder hier:

Als im vergangenen Herbst unter massivem Einsatz von FDP und Union im Paket des Wachstumsbeschleunigungsgesetzes eine Steuersenkung für die Hotelbranche von 19 auf 7 Prozent  ab 1. Januar 2010 beschlossen wurde, reagierte nicht nur die Opposition verstimmt (Steinmeier: „lächerlich“). Auch Sachverständige gaben sich irritiert. Vor dem Hintergrund einer der höchsten Parteispenden an die FDP in ihrer Geschichte ergibt die Steuersenkung nun plötzlich in einer ganz anderen Weise Sinn – und zeigt einmal mehr, wie korrupt und Lobby-loyal das politische System inzwischen ist.


Keine Gesundheitsreform auf Kosten von sozial Benachteiligten!

Vorlesen mit webReader

Quelle: Campact.de

Die schwarz-gelbe Regierung plant einen radikalen Umbau im Gesundheitswesen. Wir wollen verhindern, dass die Zwei-Klassen-Medizin zementiert wird. Machen Sie die Kampagne mit Ihrer Spende möglich!

Die Pläne von Philipp Rösler für das neue Jahr verheißen nichts Gutes. Der Gesundheitsminister will das Solidarsystem durch die Einführung einer Kopfpauschale buchstäblich auf den Kopf stellen. Unabhängig vom Einkommen sollen alle dasselbe in die Krankenversicherung einzahlen. Den versprochenen Steuerausgleich für sozial Benachteiligte wird es angesichts leerer Haushaltskassen jenseits reiner Symbolik nicht geben.

Wir halten die Entsolidarisierung im Gesundheitswesen für zutiefst ungerecht. Eine Umfrage unter 1.000 zufällig ausgewählten Campact-Aktiven hat uns gezeigt, dass eine überwältigende Mehrheit eine Kampagne für eine solidarische Gesundheitsversorgung unterstützt. Deshalb wollen wir in wenigen Wochen mit der Kampagne starten. Doch starke Kampagnen kosten Geld.

Ermöglichen Sie unsere Gesundheits-Kampagne durch Ihre Spende!

Die Chancen stehen gut, die Einführung der Kopfpauschale zu verhindern: Die Regierung streitet sich schon jetzt heftig darüber, was im Koalitionsvertrag eigentlich vereinbart wurde. Lautstark spricht sich die CSU gegen die Kopfpauschale aus und auch in Teilen der CDU bildet sich Widerspruch. Ob sich die Gegner gegen die FDP durchsetzen können, hängt vom Druck der Öffentlichkeit ab.

Die Kampagne soll mit einem Appell starten, hinter den sich in kurzer Zeit zehntausende Menschen stellen. Damit dies klappt, ist noch viel zu tun: Wir wollen einen Kurzfilm erstellen, der das komplexe Thema der Gesundheitsreform anschaulich erklärt und Menschen motiviert, mitzumachen. Auch die wirkungsvolle Platzierung des Appells in Zeitungen kostet viel Geld. Für einen erfolgreichen Start benötigt Campact in den nächsten vier Wochen mindestens 10.000 Euro. Jede Spende hilft uns, die Kampagne noch wirkungsvoller zu gestalten.

Mit freundlichen Grüßen
Christine Borchers

Mit Schwarz-Gelb zurück in schlechte, alte Zeiten

Vorlesen mit webReader

Seit Ende Oktober regiert die Union wieder mit ihrem Wunschpartner FDP. Doch die erwartete Effizienz blieb aus. Stattdessen geben die Regionen und Einzelgruppen den Takt vor. Besonders bei der CDU hören sie es nicht gern, wenn man von einem Déja vu spricht: Schwarz-Gelb, das erinnert an schlechte, alte Zeiten.

Den ganzen Artikel lesen Sie bei Welt-Online.

“Italienische Verhältnisse” jetzt auch in Deutschland?

Vorlesen mit webReader

Der ZDF-Verwaltungsrat hat sich gegen eine Vertragsverlängerung von ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender entschieden. Das teilte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck in Berlin mit. Für Brender stimmten laut Beck sieben der 14 Mitglieder, für eine Verlängerung wären jedoch neun Stimmen erforderlich gewesen. Brenders Amtszeit läuft damit Ende März 2010 aus.

Hier geht es zum Artikel bei Tagesschau.de

Weitere Reaktionen

(Martin Beinersdorf, DieLinke.Much) Koch und seine CDU-Lobby haben sich durchgesetzt! Jetzt gibts bald wieder schöne neue CDU-Propaganda für die Gebühren – prima! Nach der Pleite mit Herrn Jung kann Angela auch mal wieder etwas Zuspruch vertragen. Endlich können die Bürger nun noch besser “verdummbeutelt” werden, siehe Italien. Das ZDF war in letzter Zeit ja auch extrem “links” eingestellt!  Ich empfehle dem geneigten Leser einmal Wikipedia zum Thema Presse. Wer bei bestimmten Abschnitten ins Grübeln kommt…

Oskar Lafontaine: “Eine falsche Regierung zur falschen Zeit”

Vorlesen mit webReader

Oskar Lafontaine kritisiert in seiner Erwiderung auf die Regierungserklärung der Bundeskanzlerin: »Diese Regierung ist unfähig, die Kernaufgaben unserer Zeit überhaupt anzugehen. Wir müssen nicht die Folgen, sondern die Ursachen der Finanzkrise erkennen und endlich die Weltfinanzmärkte regulieren. Die Außenpolitik muss zum Völkerrecht zurückkehren. Die Wirtschaft muss demokratisiert werden. Wir müssen die sozialen Sicherungssysteme wieder herstellen und wir müssen Altersarmut vermeiden.

« Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Aufgabe einer Regierungserklärung zu Beginn einer Legislaturperiode ist, die wichtigsten Probleme zu benennen und Lösungsvorschläge zu unterbreiten, wie diese Probleme bewältigt werden können.

(Volker Kauder (CDU/CSU): Das ist gelungen!)

Nach unserer Auffassung ist dies nicht gelungen. Vielmehr hat die Bundeskanzlerin in ihrer Regierungserklärung wesentliche Aufgaben nicht erkannt, geschweige denn Lösungsvorschläge gemacht, wie diese Aufgaben zu bewältigen sind.

(Beifall bei der LINKEN)

Ich beginne mit der ersten Aufgabe, die sie benannt hat. Sie sagte, die erste Aufgabe sei, die Folgen der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise zu überwinden. Wer könnte dem widersprechen? Aber ganz entscheidend ist, dass sie die wesentliche Aufgabe außer Acht gelassen hat. Das entwertet völlig ihre Regierungserklärung. Wir müssen nicht zuerst die Folgen ins Auge fassen, sondern die Ursachen der internationalen Finanzkrise erkennen und endlich die Weltfinanzmärkte regulieren.

(Beifall bei der LINKEN)

Es entwertet diese Regierungserklärung völlig, dass dazu keinerlei Vorschläge gemacht worden sind. Frau Bundeskanzlerin, Sie haben die wichtigste Aufgabe unserer Zeit überhaupt nicht erkannt, geschweige denn Lösungsvorschläge dazu gemacht.

(Beifall bei der LINKEN)

Es ist schön, wenn wir jetzt ab und zu hören, dass eine Börsenumsatzsteuer auf einmal populär ist. Wir erinnern uns noch gut daran, dass oft von billigem Populismus die Rede war, als wir eine solche Steuer gefordert haben. Es ist ganz schön, dass auch Sie sich nach vielen anderen Staatsmännern zu einer Transaktionsteuer bekennen. Als wir das hier vorgetragen haben, hieß es, das sei unpraktikabel und billiger Populismus. Es ist wunderbar für mich, zu erleben, wer alles sich jetzt zum Keynesianismus bekennt und ihn täglich herunterbetet, nachdem er jahrzehntelang verurteilt worden ist. Jawohl, es ist wahr: Der Keynesianismus rettet zurzeit die Weltwirtschaft mit expansiver Finanzpolitik und expansiver Geldpolitik. Es ist schön, dass Sie das erkannt haben.

(Beifall bei der LINKEN)

Aber nun haben Sie keinerlei Vorschläge gemacht, wie die Weltfinanzkrise zu bewältigen ist, wie die Ursachen zu bekämpfen sind. Ich will einige Vorschläge von unserer Seite machen. Erstens. Wir brauchen eine neue internationale Leitwährung, die den Dollar ablöst und die geeignet ist, die Währungsspekulationen und das Schwanken der Währungen in der Zukunft mehr oder weniger auszuschließen, zumindest zu mindern.

(Beifall bei der LINKEN)

Zweitens. Wir brauchen eine Regulierung des internationalen Kapitalverkehrs. Es kann nicht sein, dass weiterhin auf Knopfdruck Milliarden um den Erdball kursieren und die Weltwirtschaft auf eine Art und Weise zerstören, wie wir es in den letzten Jahren erlebt haben.

(Beifall bei der LINKEN)

Drittens. Wir brauchen ein Austrocknen der Steueroasen. Es ist einfach nicht zu fassen, dass an dieser Stelle überhaupt nichts unternommen wird. Vielmehr sieht man tatenlos zu, dass auch mit Milliarden Steuergeldern unterstützte Banken weiterhin Steuerhinterziehung in Steueroasen betreiben. Unglaublich. Diese Regierung ist unfähig, diese Kernaufgaben unserer Zeit überhaupt anzugehen.

(Beifall bei der LINKEN)

Viertens. Wir brauchen ein Verbot von Hedgefonds. Fünftens. Wir brauchen ein Verbot der Schrottpapiere. Solange das nicht der Fall ist, so lange wird die Spekulation weitergehen, so lange wird es Verwerfungen in der Volkswirtschaft geben.

(Beifall bei der LINKEN)

Sechstens. Es muss die billige Ausrede aufhören, man könne das nur international bewältigen. Zu dieser billigen Ausrede haben sich alle Staatsmänner in den letzten Jahren verstanden. Wir haben hier vor einiger Zeit, im Oktober 2008, eine Antwort der Bundesregierung auf die Frage nach den Deregulierungsmaßnahmen der letzten Jahre erhalten. Es waren 50 Deregulierungsmaßnahmen. Sie sind alle aufgelistet. Wenn Sie mindestens 30 bis 40 davon zurücknähmen, dann würden Sie hier in Deutschland dafür Sorge tragen, dass die Finanzspekulation endlich wieder durch Investitionen in die Realwirtschaft abgelöst wird. Das ist die dringende Aufgabe unserer Zeit.

(Beifall bei der LINKEN)

Siebentens. Es ist auch endlich geboten, dass Sie nicht Diskussionsverweigerung betreiben und den Kopf immer wieder in den Sand stecken. Hier wird der EU-Vertrag ständig gelobt, gelobt, gelobt, aber ein entscheidender Artikel es EU-Vertrags wird verschwiegen, wird nicht zur Kenntnis genommen und wird in seiner Tragweite überhaupt nicht begriffen. Ich lese ihn Ihnen, Frau Bundeskanzlerin, vor. Art. 56 heißt: Im Rahmen der Bestimmungen dieses Kapitels sind alle Beschränkungen des Kapitalverkehrs zwischen den Mitgliedstaaten sowie zwischen den Mitgliedstaaten und dritten Ländern verboten. Mit anderen Worten: Der EU-Vertrag untersagt eine vernünftige Regulierung der Weltfinanzmärkte. Er ist damit absolut unzeitgemäß.

(Beifall bei der LINKEN)

Entscheidend ist aber, dass es den Regierungen dieser Welt nicht gelingt, die Regulierung der Finanzmärkte nach vorne zu bringen. Es ist schon so – ich zitiere ihn noch einmal -, dass Tietmeyer ein Seher war. Er sagte einmal: Sie alle unterliegen jetzt der Kontrolle der internationalen Finanzmärkte. – Daran hat sich nichts geändert. Die internationalen Finanzmärkte und die Finanzindustrie bestimmen die Politik, und nicht Sie.

(Beifall bei Abgeordneten der LINKEN)

Sie sind im Grunde genommen, wenn man so will, nur dazu da, irgendwelche Allgemeinplätze abzusondern. Die Presse weltweit schreibt: Die Banken machen weiter wie bisher. – Das ist ein großer Skandal. Die nächste Blase wird vorbereitet.

(Beifall bei der LINKEN)

Die zweite Aufgabe, die Sie angesprochen haben, hat mich jetzt doch fasziniert. Sie sagten: Wir müssen das Verhältnis der Bürgerinnen und Bürger zu ihrem Staat verbessern. Donnerwetter, ich hätte mir nicht vorstellen können, dass Sie zu dieser Einsicht kommen. Wir haben eine ganz andere Sichtweise. Wir glauben, wir müssen das Verhältnis der Bundeskanzlerin und der sie tragenden Parteien zu den Bürgerinnen und Bürgern dieses Staates verbessern. Das ist eine ganz andere Herangehensweise.

(Beifall bei der LINKEN)

Sie müssen endlich einmal die Lebensbedingungen der Menschen in diesem Lande zur Kenntnis nehmen und dann Vorschläge unterbreiten, wie diese Lebensbedingungen verbessert werden können. Das ist Ihre Aufgabe, anstatt zu sagen, wir müssten das Verhältnis der Bürgerinnen und Bürger zum Staat verbessern. Nein, Sie müssen endlich Ihr Verhältnis zu den Bürgerinnen und Bürgern dieses Landes verbessern und zur Kenntnis nehmen, was eigentlich ist.

(Beifall bei der LINKEN)

Dann hätten Sie beispielsweise gesehen, dass die Hauptbetroffenen der verfehlten Politik der letzten Jahre die Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter waren. Kein Wort zu diesem Skandal. Wir als Partei Die Linke bleiben dabei, dass die Leiharbeit verboten oder zumindest weitgehend reduziert werden muss.

(Beifall bei der LINKEN)

Wenn man sich schon nicht zu dieser Lösung versteht, dann sollte man sich an Frankreich ein Beispiel nehmen, wo es einen Risikoaufschlag für Leiharbeiter gibt. Die erhalten sogar mehr als ihre Kollegen. Oder man sollte zumindest die englische Lösung nehmen, dass nach sechs Wochen die Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter gleichbezahlt werden müssen. Sie sehen nicht, was im Volke los ist. Sie reden allgemein über die Köpfe der Menschen hinweg.

(Beifall bei der LINKEN)

Wir müssen die befristeten Arbeitsverhältnisse reduzieren. Hier sieht man, dass das, was diese Koalition vorhat, wie die Faust aufs Auge passt: Sie haben überhaupt nicht zur Kenntnis genommen, was passiert. Wer jetzt noch sagt, wir müssen die befristeten Arbeitsverhältnisse ausweiten, der hat nicht mehr alle Tassen im Schrank.

(Beifall bei der LINKEN)

Die deregulierten Arbeitsmärkte sind die Hauptursache für die Zerstörung der Familien in unserem Lande. Ich sage noch einmal an die selbsternannte Familienpartei CDU: Sie sind verantwortlich für die Zerstörung der Familien in unserem Land; denn junge Leute, die nicht wissen, ob sie in ein paar Monaten noch Geld auf dem Konto haben, können weder eine Familie gründen noch Kinder in die Welt setzen. So einfach ist der Zusammenhang. Sie wollen die befristeten Arbeitsverhältnisse auch noch ausweiten und reden dann von der Pflege der Familien.

(Beifall bei der LINKEN)

Wir brauchen endlich den gesetzlichen Mindestlohn. Obwohl in diesem Lande formal viele Jahre lang eine Mehrheit dafür war – das sage ich auch an SPD und Grüne hier im Parlament gerichtet -, ist es wirklich bedauerlich, dass wir es nicht zustande gebracht haben, den gesetzlichen Mindestlohn zu beschließen. Es ist eine Schande für eine der reichsten Volkswirtschaften der Welt, dass immer mehr Menschen acht Stunden am Tag arbeiten, ohne sich oder ihre Familie ernähren zu können.

(Beifall bei der LINKEN sowie des Abg. Uwe Kekeritz (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN))

Neuntens. Wir müssen endlich die Hartz IV-Sätze für Kinder erhöhen. Das wäre die wichtigste Aufgabe. Es kann in unserem Land doch nicht die Aufgabe sein, das Kindergeld für Besserverdienende zu erhöhen. Wo sind wir eigentlich? Wenn man ein soziales Gesicht haben möchte, dann muss man dort anfangen, wo die Not am Größten ist.

(Beifall bei der LINKEN)

Zehntens. Wir müssen der immer weiteren Ausbreitung des Niedriglohnsektors entgegenwirken. Es ist doch eine Schande – wir konnten es heute lesen -: Ende der 1990er-Jahre hatten die Niedriglöhner 64 Prozent des durchschnittlichen Arbeitnehmereinkommens; heute sind es nur noch 53 Prozent. Die Niedriglöhner haben also fast nur noch die Hälfte des durchschnittlichen Arbeitnehmereinkommens, und Sie, Frau Bundeskanzlerin, stellen sich noch nicht einmal dieser Frage. Ich möchte nur sagen: Die Ursache ist das Lohndumping, ausgelöst durch eine Formel für die Zumutbarkeit von Arbeit. Diese Formel besagt: Du musst jede Arbeit annehmen, sei sie noch so schlecht bezahlt und sei sie noch so weit unter deiner Qualifikation. Diese Zumutbarkeitsregel muss weg. Zu Deutsch: Hartz IV muss weg. Wir als Partei Die Linke hier im Deutschen Bundestag bleiben dabei.

(Beifall bei der LINKEN)

Wir glauben, dass es jetzt – das ist eine Aufgabe, die ich ansprechen möchte, weil Sie sie nicht angesprochen haben – Aufgabe ist, die Wirtschaft endlich zu demokratisieren. Was die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in letzter Zeit erlebt haben, war nicht Freiheit, sondern existentielle Bedrohung und ein Ausmaß an Fremdbestimmung, wie es das in dieser Form in Deutschland noch nicht gegeben hat. Wir schlagen daher vor, elftens, endlich die Steuerfreiheit von Veräußerungsgewinnen zurückzunehmen; denn wir haben den unhaltbaren Zustand, dass kleine Betriebe in zehn Jahren fünfmal den Anteilseigner wechseln. Von nachhaltiger Wirtschaft kann in diesem Lande überhaupt nicht mehr die Rede sein.

(Beifall bei der LINKEN)

Zwölftens. Wir schlagen vor, die Erbschaftsteuer nicht für Millionengeschenke an reiche Erbende zu missbrauchen, sondern sie zu verwenden, um Belegschaftsanteile aufzubauen. Man sollte den Betrieben, die Erbschaftsteuer zahlen müssen, diese Steuer dann erlassen, wenn sie die entsprechenden Mittel in Belegschaftsanteile umwandeln. Das wäre eine Reform, das wäre ein Neuansatz, der endlich einmal dazu führen würde, dass Belegschaften an ihren Betrieben beteiligt werden können.

(Beifall bei der LINKEN)

Dreizehntens. Wir bleiben dabei, dass staatliche Zuschüsse nicht mehr dazu dienen können, den Vermögensaufbau einzelner Privater zu finanzieren. Wir sind der Auffassung: Staatliche Zuschüsse müssen entweder in Staatsanteile oder in Belegschaftsanteile umgewandelt werden, gerade jetzt.

(Beifall bei der LINKEN)

Außerdem sind wir der Auffassung, dass wir jetzt daran gehen müssen, die Enteignung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu stoppen. Ich sage hier ganz bewusst: Das ist eine Kernaufgabe der nächsten Jahre. Wir müssen die Bilanzierungsvorschriften so ändern, dass der Zuwachs des Betriebsvermögens ab einer bestimmten Betriebsgröße – etwa ab 100 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern – zur Hälfte den Belegschaften und ihren Belegschaftsgesellschaften gutgeschrieben wird. Es darf nicht so weitergehen – ich sage das, weil ich hier gerade die FDP im Blick habe -, dass immer nur Einzelne vom ständigen Zuwachs des Betriebsvermögens profitieren. Die FDP der 1970er-Jahre sah darin eine erhebliche Freiheitsgefährdung. Sie hat Recht: Der Zuwachs des Betriebsvermögens und die schlechte Verteilung führen dazu, dass Einzelne in der Gesellschaft immer mehr abgehängt werden, dass der Niedriglohnsektor immer weiter ausgebaut wird. Genau das gefährdet die Freiheit, und insofern war diese Sichtweise richtig.

(Beifall bei der LINKEN)

Als dritte Aufgabe haben Sie genannt: Wir müssen Antworten auf die Veränderungen im Altersaufbau finden. Ja, natürlich, das ist richtig. Wir sagen aber, dass die Aufgabe eine ganz andere ist: Wir müssen, vierzehntens, die sozialen Sicherungssysteme wiederherstellen und helfen, Altersarmut zu vermeiden. Was Sie hier zustande gebracht haben, nämlich die Zerstörung der gesetzlichen Rente, war einer der größten Fehler der deutschen Politik in den letzten Jahren.

(Beifall bei der LINKEN sowie des Abg. Uwe Kekeritz (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN))

Fünfzehntens. Wenn man in Zeiten wie dieser daran geht, die Kapitaldeckung in der Pflegeversicherung auszubauen, dann hat man nichts von der internationalen Finanzkrise verstanden. Wirklich nichts. Es ist doch so, dass die weltweite Umstellung auf Kapitaldeckung dazu geführt hat, dass die Pensionsfonds in großem Umfang spekuliert haben. Das Ende vom Lied ist nun, dass viele ältere Menschen in vielen Ländern ihre Altersvorsorge verloren haben. Wollen wir das auf die Pflegeversicherung ausweiten? Man fasst es nicht, wenn man sieht, in welchem Umfang diese Regierung die Zeichen der Zeit nicht erkannt hat.

(Beifall bei der LINKEN)

Ich sage hier in aller Klarheit: Die Erfahrungen der letzten 20 Jahre zeigen deutlich, dass die gesetzlichen Sicherungssysteme die verlässlichsten sind. Worum geht es, wenn man die Existenzsorgen der Menschen, die geringe Einkommen haben, aufgreifen und Lösungsvorschläge anbieten will? Da geht es um den Ausbau und die Stärkung der gesetzlichen Sicherungssysteme und niemals um den Aufbau kapitalgedeckter Systeme. Das wäre ein grundlegender Fehler.

(Beifall bei der LINKEN)

Im Übrigen ist es ökonomisch völliger Unsinn, wenn man in Zeiten, in denen die Binnennachfrage schwach ist und die Reallöhne sinken, die Arbeitnehmer auch noch zwingt, zu sparen. Das ist so kontraproduktiv, dass man wirklich die Frage aufwerfen muss, ob überhaupt die Inhalte, die man im ersten Semester eines Volkswirtschaftsstudiums lernt, den Personen auf der Regierungsbank präsent sind. Als vierte Zukunftsaufgabe haben Sie genannt: Wir wollen einen zukunftsfesten Umgang mit den weltweit vorhandenen natürlichen Ressourcen entwickeln. Dazu sagen wir als Partei Die Linke: Wenn man das wirklich will, dann darf man, sechzehntens, die Restlaufzeiten von Atomkraftwerken nicht verlängern. Das ist doch das Gegenteil von dem, was dann erforderlich wäre.

(Beifall bei der LINKEN sowie bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)

Wer die Vision einer atomwaffenfreien Welt hat, meine Damen und Herren, aber gleichzeitig die Restlaufzeiten von Atomkraftwerken verlängern will, der versteht entweder die Technologie nicht oder weiß nicht, was er will. Wer eine atomwaffenfreie Welt will, muss, siebzehntens, auch dafür sorgen, dass die Stromversorgung in Zukunft ohne Atomkraftwerke sichergestellt wird. Denn genau diese sind Voraussetzung dafür, um den Stoff herzustellen, den man zum Bau der Bombe braucht.

(Beifall bei der LINKEN sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)

Natürlich müssen wir erneuerbare Energien aufbauen. Aber noch wichtiger ist – das ist der achtzehnte Programmpunkt, den ich hier vortragen möchte – eine Rekommunalisierung der Energieversorgung. Es war ein großer Fehler, Monopole zuzulassen, die nun in schamloser Weise abzocken. Wir brauchen eine Rekommunalisierung der Energieversorgung und eine staatliche Kontrolle der Energiepreise, um diese Abzocke endlich zu beenden.

(Beifall bei der LINKEN)

Als letzte Aufgabe haben Sie genannt: Sie wollen das Verhältnis von Freiheit und Sicherheit weiter festigen. Dazu gibt es eine ganz entscheidende Voraussetzung, die ich hier benennen will. Die entscheidende Voraussetzung ist, dass die deutsche Außenpolitik im Sinne Kants – ich nenne ihn einmal bewusst – wieder zum Völkerrecht zurückkehrt, weil das Völkerrecht die Grundlage von Freiheit und Sicherheit für alle Völker dieser Erde ist.

(Beifall bei der LINKEN)

In Ihrer Regierungserklärung gab es eine ganz verräterische Formulierung: Ziemlich am Anfang steht, die Frage der Zukunft sei, wer sich den Zugriff – ich betone das Wort „Zugriff“ – auf Rohstoffe und Energiequellen sichere. Es geht nicht um den „Zugriff“ auf Rohstoffe und Energiequellen, es geht um die friedliche Nutzung. Angesichts der Kriege der letzten Jahre sagen wir: Wir halten es für völlig falsch, wenn sich die Bundesrepublik Deutschland in imperiale Kriege zur Sicherung von Rohstoffquellen einspannen lässt. Das war der Fehler der Außenpolitik der letzten Jahre.

(Beifall bei der LINKEN sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)

Sie reden davon, sie seien eine christlich-liberale Koalition der Mitte oder was auch immer. Wenn man das Wort „Christentum“ in den Mund nimmt, dann sollte man begriffen haben, Frau Bundeskanzlerin – das ist nicht zum Lachen -, dass man alle Anstrengungen unternehmen muss, um endlich die Waffenexporte zurückzuführen. Diese sind doch die Grundlage für vieles Elend in der Welt. Warum verstehen Sie das nicht?

(Beifall bei der LINKEN)

Meine letzte Bemerkung bezieht sich auf Afghanistan. Wir sind jetzt viele Jahre dort im Krieg; das haben wir immer so gesehen. Ich habe immer wieder gesagt, dass ich durchaus unterstellt habe, dass es die eine oder den anderen gab, die der Auffassung waren, dass man mit diesen Militäreinsätzen Gutes bewirken könne. Aber nach so vielen Jahren muss man doch bereit sein, wie es zum Beispiel in den Vereinigten Staaten im Falle des Irak oder jetzt in Bezug auf Afghanistan in mehreren Staaten der Welt bereits geschehen ist, zu erkennen, dass dieser Weg falsch war. Wir können diesen Krieg nicht gewinnen. Man kann die Stammesgesellschaft Afghanistans nicht zwingen, eine westliche Demokratie aufzubauen. Sie kämpfen dort gegen eine Kultur, und diesen Kampf können Sie nicht gewinnen. Begreifen Sie das doch endlich!

(Beifall bei der LINKEN)

Deshalb sagen wir: Es ist wirklich ein schwerer Fauxpas, dass der neue Bundesverteidigungsminister – ich sehe ihn im Moment nicht auf der Regierungsbank – gesagt hat, das Unglück von Kunduz, wie ich es nenne, sei „angemessen“ gewesen. Ich sage hier für meine Fraktion: Eine Militäraktion, bei der unschuldige Zivilisten ums Leben kommen, ist niemals angemessen. Wir sollten eine solche Sprache aus diesem Parlament verbannen.

(Beifall bei der LINKEN)

Wir sagen Ihnen: Ziehen Sie die Truppen aus Afghanistan zurück! Es wäre an der Zeit; Sie sollten nicht warten, bis die Diskussion in Amerika so weit ist, dass man den Afghanistan-Krieg beenden will. Sie haben in Ihrer Regierungserklärung die wichtigen Aufgaben unserer Zeit weder genannt noch Lösungen vorgeschlagen. Diese Regierung ist eine falsche Regierung zur falschen Zeit.

(Anhaltender Beifall bei der LINKEN – Beifall bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)

Quelle: Linksfraktion.de

Gelb verliert!

Vorlesen mit webReader

Wofür die SPD Jahre brauchte, scheint bei der FDP deutlich schneller zu gehen. Bereits im ersten Monat nach der Bundestagswahl verliert die FDP massiv an Zustimmung. Bei der Bundestagswahl hatte die FDP knapp 5% zugelegt, davon sind (lt. Umfragen) nun bereits 3% futsch!

Hier gehts zum Artikel bei der TAZ.

Themen

Artikel-Archiv

Link-Wolke