Bundesregierung

Blamage: FAZ veröffentlicht Code des Bundestrojaners

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Quelle: FAZ am Sonntag

Jetzt ist es öffentlich: Die Software, die Polzei und Geheimdienst benutzen, um die Computer von Kriminellen auszuspionieren, wurde heute von der "FAZ am Sonntag" eins zu eins abgedruckt, Der Chaos Computer Club (CCC) hatte eine Kopie des so genannten "Bundestrojaners" zugespielt bekommen und an die Zeitung weitergereicht. Der CCC will bei der Analyse des Quellcodes Funktionen entdeckt haben, „die über das Abhören von Kommunikation weit hinausgehen". Das wäre allerdings ein Verstoß gegen ein entsprechendes Grundsatzurteil des Bundesverfassungsgerichts.

Den ganzen Artikel bei der FAZ finden Sie hier.

Die Krise des Kapitalismus – stehen wir am Vorabend der Revolution?

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von Martin Beinersdorf

In der ganzen Welt finden sich augenblicklich Menschen unterschiedlichster Herkünfte zu Demonstrationen gegen die Finanzwirtschaft, die Verarmung großer Teile der Bevölkerung und für ein gerechtes Weltwirtschaftssystem zusammen. Ist dies nur eine Momentaufnahme oder der Anfang einer Bewegung wie sie in der DDR 1989 ihren Anfang nahm? Kommt die Revolution, wie in der arabischen Welt, jetzt auch langsam in den kapitalistischen Industrienationen in Fahrt? Die Menschen erkennen immer mehr, Kapitalismus hat nichts mit Freiheit zu tun; selbst seinen Ausbeuter kann man bei der augenblicklichen Arbeitsmarktsituation nicht mehr frei wählen. Kapitalismus hat auch nichts mit Gerechtigkeit zu tun, max. 10% der Bevölkerung schöpft den Rahm ab, der Rest kann sehe, wo er bleibt. Kapitalismus hat auch nichts mit Menschenwürde zu tun. Die reichen Staaten beuten die armen Staaten aus und diktieren ihnen die Regeln und letztendlich (dies wird vielen Menschen jetzt erst klar): Kapitalismus hat nichts mit einer funktionierenden Weltwirtschaft zu tun. Der „Kapitalismus frisst seine eigenen Kinder“ so kann das alte Sprichwort neu vertont werden. Die Habgier der Banken, der Großkonzerne aber auch mancher Staatsmänner/frauen, immer mehr aus dem Kapitalanteil Arbeit (=Mensch) bei immer weniger Kapitaleinsatz (=Geld/Lohn) herauszuholen wird scheitern. Der Bogen ist überspannt! Die Banken scheitern an Ihren eigenen Phantasiepapieren, an dem erzeugten „Luftgeld“, hinter dem keine materielle Sicherheit steht. Die Unternehmen scheitern, weil Sie mit Ihrer Vorgehensweise, immer billiger produzieren wollen (z. B. in Entwicklungs- und Schwellenländern), aber aufgrund der generell niedrigen Gehaltsstrukturen weltweit, den jeweiligen schwachen Binnennachfragen usw. trotz des geringeren Preises, ihre Güter nur noch an die besserverdienende Schicht absetzen können – doch diese wird immer kleiner! Der Staat zu guter Letzt schröpft die Bürgerinnen und Bürger mit Steuern und Abgaben – nicht zuletzt um angehäufte Schulden, bzw. Bürgschaften für die von anderen angehäuften Schulden, bezahlen zu können. Heiner Geissler dazu im Kölner Stadt Anzeiger vom 7.10.2011, „…Das jetzt vorherrschende kapitalistische Wirtschaftssystem muss ersetzt werden durch eine internationale öko-soziale Marktwirtschaft…“. Ich sage dazu demokratischer Sozialismus – in der Konsequenz der Ausprägung dieses neuen Wirtschaftssystems liegen die Notwendigkeiten aber wohl nah beieinander.

Früher gab es einmal ein gutes Sprichwort:“ Spare in der Zeit, dann hast du in der Not“ – dies sollte der Leitsatz jedes Finanzpolitikers sein! Man spart nicht, wenn es einem Land eh schon dreckig geht (siehe Griechenland, aber auch ganz klar die deutschen Kommunen). In der Krise muss investiert werden. In der Krise muss gutes Geld für Arbeit gezahlt werden, damit eine konjunkturelle Erholung nachhaltig gelingen kann. Dies alles wird zur Zeit von den herrschenden Parteien nicht berücksichtigt! Im Gegenteil, Griechenland wird tot gespart und wird irgendwann nur noch in eine Insolvenz gehen können und noch mehrere andere Staaten hinterherreißen. Die FDP mit Herrn Rößler hat (wenn auch aus anderen Beweggründen) recht, wenn sie sagt, eine Insolvenz Griechenlands wäre die beste Lösung – sie würde manchen Fehler im jetzigen System aufzeigen und wahrscheinlich den Umdenkprozess beschleunigen. In Griechenland, wo die Masse der Bevölkerung akut getroffen wird, gehen 100000ende auf die Straße, in Deutschland erst wenige – in den USA formiert sich gerade der Widerstand. Das lässt hoffen. Wenn erst einmal die Welle aus den USA auch nach Europa geschwappt ist, wird auch hier einiges zur Disposition stehen. Heiner Geissler auf die Frage, ob hier eine neue Bewegung entsteht: „…Ja. Immer mehr junge Leute fangen im besten Sinne der Aufklärung an, selbstständig zu denken. Sie wollen sich nicht mehr von den Finanzmärkten am Nasenring durch die Manege ziehen lassen. In Europa wird es ähnliche Proteste geben, da bin ich sicher….“ und weiter „…In Deutschland wird es nicht so schnell gehen, dass die Proteste Ausmaße wie in den USA annehmen. Dafür sind die Verhältnisse hier noch zu gut, anders als in den USA oder auch Spanien zum Beispiel. In Deutschland funktioniert der Sozialstaat ja noch in Teilen. Aber wenn die jungen Leute keine Perspektiven bekommen, kann das auch hier negative Folgen haben…“

„Der Sozialstaat funktioniert noch in Teilen“ – in rudimentären Teilen. Lieber Leser, ich bin 45 Jahre alt, aber ich kann mich noch erinnern an:

- Zeiten, in denen es statt Hartz IV noch ansatzweise angemessene Unterstützung gab z.B. bei Arbeitslosigkeit längere und gerechtere Zahlung des Arbeitslosengeldes, vernünftige Wohngeldzuschüsse, Sozialhilfe usw. gab

- Zeiten ohne Zuzahlungen bei Medikamenten

- Zeiten ohne Praxisgebühren oder Krankenkassenzusatzbeiträgen

- Zeiten ohne Studiengebühren

- Zeiten, in denen es noch keine Tafeln brauchte um Menschen am Leben zu erhalten

- und und und

Der Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge bezeichnet den Umbau bzw. Abbau des Sozialstaats in Deutschland als die umfassendste Restrukturierung des Sozialstaates seit 1945. Sie sei eine Reorganisation nach neoliberalem Konzept, das Leistungsreduktionen, eine Verschärfung der Anspruchsvoraussetzungen bzw. eine Verkürzung der Bezugszeiten und die Reindividualisierung sozialer Risiken beinhalte. (Christoph Butterwegge: (Kinder-)Armut und Sozialstaatsentwicklung)

Der Sozialstaat ist heute schon tot, die soziale Marktwirtschaft ist gescheitert. Zusätzlich kamen nämlich zum Abbau der Sozialleistungen noch weitere neoliberale Schweinereien hinzu: die Privatisierung des Staatseigentums und somit Volkseigentums!

Liebe Leserin, lieber Leser, „Wie viel hat man uns Bürgern eigentlich vom Verkaufserlös des Volkseigenen Betriebes Telekom (Deutsche Post Telekom) (ich wähle das Wort "VEB" jetzt absichtlich um die Logik aufzuzeigen) gezahlt? Wie wurden Sie am Verkauf der volkseigenen Stromnetze an RWE und E.ON und Kumpanen beteiligt? Haben Sie Geld für Ihren vom Staat verkauften Bahnsitz/Bussitz, auf dem Sie eventuell gerade sitzen bekommen?“ (Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen)

Wohl kaum! Aber wer hat das Geld?

Die Banken! Alle diese Gelder sind für Zins- oder Ratenzahlungen der Staatschulden draufgegangen. Der Staat hat über lange Jahre sein Tafelsilber verschleudert um Stabilitätskriterien zu erfüllen; um Schulden zu tilgen bzw. die ein oder andere Milliarde erst im nächsten Jahr aufnehmen zu müssen. Am Ende ist das Geld bei den Banken und deren privaten Investoren versickert… und jetzt kommen wir so langsam zur Ursache des Übels.

Die Banken waren damit aber noch nicht zufrieden. Das so gewonnen Geld wurde wieder investiert. Nicht (oder nur zu sehr geringen Teilen) in Darlehen für Industriebetriebe, damit diese neue Arbeitsplätze zu schaffen – da war ihnen oft das Risiko zu hoch. Nein, sie haben lieber gezockt. Das schien lukrativer mit Verzinsungen, wo jeder Kaufmann bereits im ersten Lehrjahr lernt, dass dies nur unseriös sein kann.

Heiner Flassbeck, Chefökonom der UN-Organisation für Welthandel und Entwicklung (UNCTAD) in Genf dazu: „Ja, das ist überhaupt keine Frage, natürlich ist das alles Spekulation, man darf jetzt nicht glauben, dass ein Zins, der jeden Tag in den Zeitungen steht, von Griechenland für zuletzt zwanzig Prozent für zehnjährige Anleihen, dass das irgendetwas Objektives hat, das ist reine Spekulation, das ist ein rein spekulativ, total überzogener Preis, der nichts mit der Realität gemeinsam hat, genau wie übrigens der Ölpreis, viele Rohstoffpreise und viele andere Preise auch; auch Währungen werden ja heute  auf hochspekulativen Märkten gehandelt, und wir haben deswegen nichts mit Wahrheit oder so etwas zu tun, oder auch mit Angebot und Nachfrage nur zu tun; nein, das sind alles hochspekulative Preise, die völlig falsch sind, die auch über Jahre vollkommen falsch sind, wo der Markt keineswegs ein richtiges Ergebnis erzielt; insofern muss man das relativieren […], da viele in den letzten zwei Jahren ganz massiv Geld mitverdient [haben], je mehr Panik erzeugt wird, umso mehr kann man mit einer sogenannten Kreditausfallversicherung für griechische Staatsanleihen, umso mehr kann man damit verdienen, weil dann die Wahrscheinlichkeit größer ist, dass man einen Dummen sozusagen findet, der das Ding kauft. Nur hier ist die Politik natürlich in erheblichem Maße mit Schuld, weil die Politik musste dafür sorgen, dass diese Spekulation beendet wird und nicht immer weiter macht; mit Gerüchten, mit neuen Gerüchten, mit Gerüchten über Staatsbankrott und Ähnlichem. Wenn man das so treibt in Europa, muss man sich nicht wundern, dass das ausgenutzt wird.“ (http://www.kontext-tv.de/node/104)

Das gesellschaftliche Problem ist also vielfältig. Die Banken werden nicht freiwillig mit dem Zocken aufhören, keine Regierung freiwillig aus dem Amt scheiden und nur wenige Superreiche Ihr Kapital der Bevölkerung zurückgeben. „Viva La Revolución“?

Wie sehr auch die westlichen Staaten mit dem Finger auf arabische Staaten zeigen, die nicht freiwillig aus dem Amt scheiden (Syrien, Libyen usw.) – glauben Sie dass Frau Merkel freiwillig aus dem Amt scheidet, wenn 2 Millionen Menschen auf die Straße gehen und einen Wechsel der Gesellschaftsform fordern würden? Ich habe da so meine Zweifel! Allein schon die Polizeieinsätze bei Demonstrationen gegen Castortransporte, G8 Gipfel usw. lassen das Schlimmste befürchten.

Bei aller Bewunderung für die Menschen, die heute auf die Straße gehen, um für eine gerechte Weltordnung zu demonstrieren, auch bei uns wird es so aussehen:

„NEW YORK – Tausende Demonstranten haben in New York gegen die Macht der Banken und die wachsende Ungleichheit in den USA protestiert. Begleitet von einem großen Polizeiaufgebot zog der Marsch am Mittwoch durch den Finanzdistrikt in Manhattan. Die Demonstranten trugen Plakate mit Aufschriften wie „Rettet unsere Republik“ und „Gleichheit, Demokratie, Revolution“.

Die zumeist jungen Protestteilnehmer skandierten „Wir sind 99 Prozent!“ und spielten damit auf das reichste Prozent der US-Bevölkerung an, von dem sie sich hintergangen fühlen. Nach Angaben aus Gewerkschaftskreisen beteiligten sich bis zu 12.000 Menschen an der Demonstration, die Polizei sprach von 5000 Teilnehmern.[…] Am vergangenen Wochenende waren bei einem ähnlichen Protestmarsch auf der New Yorker Brooklyn Bridge mehr als 700 Menschen vorübergehend festgenommen worden.“ (KSTA 6.10.2011)

Die Hoffnung bleibt!

Für 150.000 Euro den Papst besucht

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Quelle: Ksta.de

Für eine Romreise aus Anlass einer Audienz beim Papst hat Bundesforschungsministerin Annette Schavan nach einen Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ die Flugbereitschaft des Bundes genutzt und damit Kosten von 150.000 Euro verursacht. Die Reise habe Ende März stattgefunden. Mit drei Begleitern sei die CDU-Politikerin am Vorabend des Termins angereist und am Tag nach der Audienz bei Benedikt XVI. wieder mit einem Kleinjet abgeholt worden.

Frei nach dem Motto “Geld stinkt nicht” – lieber andere zahlen lassen für eine nette Reise nach Rom. Was hat die Bundesforschungsministerin wohl beim Papst dienstlich erforscht? Den ganzen Artikel finden Sie hier.

Fast 4 Millionen Menschen in Deutschland waren im August ohne Arbeit

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Entgegen den Lobhudeleien unserer "geliebten" Bundesregierung hier die echten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit.

Tatsächliche Arbeitslosigkeit im August 2011: 3.957.257
Offizielle Arbeitslosigkeit: 2.944.686
Nicht gezählte Arbeitslose: 1.012.571

Nicht gezählte Arbeitslose aufgeschlüsselt:
Älter als 58, beziehen Arbeitslosengeld I und/oder ALG II: 357.448
Ein-Euro-Jobs (Arbeitsgelegenheiten): 197.459
Fremdförderung: 59.066
Beschäftigungsphase Bürgerarbeit: 10.864
Berufliche Weiterbildung: 157.680
Eignungsfeststellungs- und Trainingsmaßnahmen (z.B. Bewerbungstraining) 48
Aktivierung und berufliche Eingliederung (z. B. Vermittlung durch Dritte): 144.585
Beschäftigungszuschuss (für schwer vermittelbare Arbeitslose): 13.698
Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen: 1.006
Kranke Arbeitslose (§126 SGB III): 70.717

Quellen: Bundesagentur für Arbeit: Der Arbeits- und Ausbildungsmarkt in Deutschland. Monatsbericht August 2011, Seite 67. Die dort aufgeführte Altersteilzeit sowie Gründungszuschüsse und sonstige geförderte Selbstständigkeit haben wir in der Tabelle nicht berücksichtigt. Die dort ebenfalls aufgeführten älteren Arbeitslosen, die aufgrund verschiedener rechtlicher Regelungen (§§ 428 SGB III, 65 Abs. 4 SGB II, 53a Abs. 2 SGB II u.a.) nicht als arbeitslos zählen, sind enthalten in der Gruppe Älter als 58, beziehen Arbeitslosengeld I oder ALG II. Diese große Gruppe der älteren ALG -Bezieher, die nicht als arbeitslos gelten, ist nicht vollständig im Monatsbericht ausgewiesen, sondern mit Stand März 2011 in einer Sonderauswertung der Bundesagentur für Arbeit abgefragt worden.

Lobbyismus an Schulen zurückdrängen!

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Gerd Binder, Die Linke. Much

imageFür die Offenlegung aller Kooperationsvereinbarungen des Schulministeriums
NRW mit Lobby- und Interessenverbänden

Unter dem oben genannten Titel wurde gestern auf dem Landesparteitag der Partei DIE LINKE ein wichtiger Initiativantrag als Resolution beschlossen. Hintergrund ist, dass bei einer Veranstaltung des Aachener Friedenspreises am 2.9.2011 der geladene Vertreter des Schulministeriums die Existenz von über 200 Kooperationsvereinbarungen bestätigte, unter anderem mit der Chemischen Industrie. Verträge mit der Bertelsmann-Stiftung und der Bundeswehr wurden bekannt, welche weiteren Verträge existieren, jedoch nicht. Daher ergeben sich folgende Forderungen:

  • DIE LINKE. Nordrhein-Westfalen fordert die lückenlose Offenlegung der über zweihundert Kooperationsvereinbarungen des Schulministeriums NRW mit externen Organisationen, Lobby- und Interessenverbänden.
  • Wir lehnen es ab, dass Tür und Tor geöffnet werden für die Einflussnahme von Einrichtungen wie der Bertelsmann-Stiftung, der Bundeswehr und dem Verband der Chemischen Industrie auf den Unterricht an den Schulen in Nordrhein-Westfalen.
  • Die Landesregierung muss endlich wirksam unterbinden, dass VertreterInnen der Interessenverbände die Leitung von Unterrichtseinheiten übernehmen. Zu unterbinden ist auch, dass beispielsweise Jugendoffiziere der Bundeswehr an der Abiturvorbereitung in Schulen beteiligt sind. Die bestehenden Vereinbarungen sehen dies zwar nicht vor, haben es in der Praxis aber auch nicht verhindert.
  • Unverzüglich muss die Landesregierung garantieren, dass gesellschaftlich umstrittene Themen wie Militäreinsätze, Wirtschafts- und Sozialpolitik u.a. im Unterricht nicht einseitig dargestellt werden. Unbedingt ist der sog. „Beutelsbacher Konsens“ einzuhalten, nachdem kontroverse Themen auch kontrovers dargestellt werden müssen und die Lernenden die Gelegenheit haben, sich eine eigene Meinung zu bilden.

Schon in der Landes- und vor allem Bundespolitik werden Entscheidungen größtenteils auf Druck oder in Absprache mit den in großer Anzahl vor Ort platzierten Lobbyisten gefällt. Längst ist nicht mehr das eigene Gewissen der Abgeordneten und nicht einmal mehr das jeweilige Parteiprogramm der Gradmesser für das Abstimmverhalten. Vernünftige Weichenstellungen sind jedoch unter diesem erheblichen Fremdeinfluss nicht möglich; dem muss – wo es eben geht – entgegen gewirkt werden. Ein erster Schritt ist die Durchsetzung der oben aufgelisteten Forderungen an die NRW-Landesregierung.

„Ich beginne zu glauben, dass die Linke recht hat“

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Quelle: FAZ.net, Frank Schirrmacher

 

Im bürgerlichen Lager werden die Zweifel immer größer, ob man richtig gelegen hat, ein ganzes Leben lang. Gerade zeigt sich in Echtzeit, dass die Annahmen der größten Gegner zuzutreffen scheinen.

Ein Jahrzehnt enthemmter Finanzmarktökonomie entpuppt sich als das erfolgreichste Resozialisierungsprogramm linker Gesellschaftskritik. So abgewirtschaftet sie schien, sie ist nicht nur wieder da, sie wird auch gebraucht. Die Krise der sogenannten bürgerlichen Politik, einer Politik, die das Wort Bürgertum so gekidnappt hat wie einst der Kommunismus den Proletarier, entwickelt sich zur Selbstbewusstseinskrise des politischen Konservatismus.

 

Den ganzen lesenswerten Artikel zum Thema “Der Kapitalismus hat fertig” finden Sie hier

 

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Jean Ziegler: "Wir brauchen einen Aufstand des Gewissens"

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Quelle: Die Linke. Bornheim, Paul Breuer

In ihrem Statement auf der Pressekonferenz am 25. Juli 2011 wies Gesine Lötzsch darauf hin, dass der Schweizer Soziologe und Politiker Jean Ziegler, der die Eröffnungsrede bei den Salzburger Festspielen halten sollte, unter einem fadenscheinigen Vorwand wieder ausgeladen wurde. Seine Rede sollte ein dringender Appell gegen den Hunger in der Welt sein. Verschiedene Tageszeitungen dokumentieren deshalb heute diese nichtgehaltene Rede.

Der Link: Die nicht gehaltene Rede von Jan Ziegler

Der Link: Das Gespräch mit der Sueddeutschen Zeitung

Hungersnot Ostafrika: Jetzt spenden!

Warum auch sachlich bleiben?

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Quelle: Markus Horeld, www.zeit.de

 

…Nicht einmal in Norwegen wird zu diesem Zeitpunkt die Verschärfung irgendeines Gesetzes debattiert. Hier dauerte es keine drei Tage. Willkommen im Land der schnellen Reflexe. Wie billig diese und wie sehr auch die Medien hierzulande davon befallen sind, das zeigte sich schon am Freitagabend, unmittelbar nach den Anschlägen. Nichts war zu diesem Zeitpunkt bekannt, schon gar nicht das Motiv. Dennoch waren sich viele deutsche Medien nicht zu schade, Experten zu Wort kommen zu lassen, die von einem islamistischen Hintergrund sprachen. Auch ZEIT ONLINE war nicht frei von diesem Reflex. Im ZDF allerdings durfte der "Terrorexperte" Elmar Theveßen diese Ansicht noch vertreten, als längst Erkenntnisse über den blonden, blauäugigen Täter bekannt geworden waren…

 

Den ganzen Artikel der Zeit lesen Sie hier.

Jan Korte, MdB und Datenschutzbeauftragter dazu: „Uhl und seine Unionskollegen sollten angesichts der Opfer des Anschlags in Norwegen innehalten. Es ist nicht zu fassen, wie wenige Tage nach solch einer Tragödie die innenpolitischen Schaukämpfe losgetreten werden. Die Union sollte erkennen, dass es gerade nicht an der Zeit ist, die Werbetrommel für eine Überwachungsmaßnahme zu rühren, die gegen den rechten, christlich-fundamentalistischen Einzeltäter von Oslo rein gar nichts ausgerichtet hätte.
Alle demokratischen Kräfte in der Bundesrepublik und in Europa sollten sich ein Beispiel am norwegischen Ministerpräsidenten Jens Stoltenberg nehmen, der als Reaktion auf die traurigen Ereignisse ‚mehr Demokratie, mehr Offenheit, mehr Menschlichkeit‘ gefordert hat. Offensichtlich ist man sich dort der echten Gefahren für die Demokratie bewusst, die terroristische Anschläge auf freiheitliche Gesellschaften haben können.“

Aktueller Beitrag zum Hintergrund unserer Veranstaltung zu Sri Lanka am 15.7.2011

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Quelle: freitag.de

…Jagath Dias war der Befehlshaber der 57. Armee-Division, die eine entscheidende Rolle bei der blutigen Zerschlagung der Bewegung der Befreiungstiger von Tamil Eelam spielte. Nach Angaben der Vereinten Nationen sollen der rücksichtslosen Kriegsführung in den ersten vier Monaten 2009 mehr als 7000 Zivilisten zum Opfer gefallen sein. Andere Beobachter gehen von mehr als 20.000 zivilen Toten aus…

 

…Dias wurde vier Monate nach dem Ende des Bürgerkriegs an die Botschaft in Berlin berufen, die Sri Lanka auch in der Schweiz und im Vatikanstaat vertritt…

 

Den ganzen Artikel finden Sie hier.

Den Veranstaltungshinweis finden Sie hier.

Sieben Schritte zum unverzüglichen und unumkehrbaren Atomausstieg

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Beschluss der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag vom 10. Mai 2011

1. Sofortige Stilllegung von elf Atomkraftwerken

Der Kraftwerkspark in Deutschland ist derart überdimensioniert, dass elf der 17 Atomkraftwerke in Deutschland sofort stillgelegt werden können – ohne die Versorgungs­sicherheit zu gefährden. Der Beitrag dieser Kraftwerke zur gesicherten Nettoleistung der Stromerzeugung in Deutschland betrug in den letzten Jahren unter neun Gigawatt (GW) und kann durch überschüssige Erzeugungskapazitäten im Kraftwerks­park problemlos ersetzt werden (vgl. Tabelle). imageDass damit keinerlei Einschnitte bei der Versorgungssicherheit verbunden sind, zeigt auch die aktuelle Situation. Denn seit 5. Mai 2011 sind aufgrund des „Atom“-Moratoriums und wegen laufender Revisionen elf AKWs nicht am Netz.

 

Die sieben ältesten AKWs – Biblis A, Neckarwestheim 1, Biblis B, Brunsbüttel, Isar 1, Unterweser und Philippsburg 1 – und das Pannen-AKW Krümmel sind sofort und auf Dauer stillzulegen. Gleiches gilt für das wegen seiner Lage in einem Erdbebengebiet gefährdete AKW Neckarwestheim 2  sowie die AKWs Grundremmingen B und C.

2.        Vollständiger Atomausstieg bis zum Ende des Jahres 2014

Die verbleibenden sechs Atomkraftwerke mit einer gesicherten Erzeugungsleistung von etwa sieben GW können schrittweise bis Ende des Jahres 2014 abgeschaltet werden. Denn schon heute sind Gas- und Kohlekraftwerke mit einer Leistung von mindestens elf GW in Bau (ohne KKW Datteln) und gehen in den kommenden drei Jahren ans Netz. Bleiben einige fossile Kraftwerke wenige Jahre länger als geplant am Netz, bedeutet dies einen erheblichen Netto-Zuwachs an Kraftwerkskapazitäten.

Durch ein aktives Lastenmanagement kann zudem die Jahreshöchstlast kurzfristig deutlich verringert werden. Eine Verlagerung des Stromverbrauchs aus den fünfzig lasthöchsten Stunden nur um eine oder wenige Stunden kann laut Öko-Institut den Spitzenlastbedarf um 2 bis 5 GW reduzieren. Entsprechend müssen weniger gesicherte Kraftwerkskapazitäten vorgehalten werden. Laut einer Studie Prof. Olav Hohmeyer, Mitglied des Sachverständigenrats für Umweltfragen der Bundesregierung, bleibt bei einem Atomausstieg bis Ende 2014 die Versorgung Süddeutschlands trotz bislang besonders hohem Atomstromanteil gesichert. Sollte während der wenigen Stunden der Jahreshöchstlast aufgrund einer unerwarteten Steigerung der Stromnachfrage die gesicherte Kraftwerksleistung nicht ausreichen, bliebe als weitere Möglichkeit der Rückgriff auf einen Teil der sog. Langfristreserve von über sechs GW.

Die übrigen Atomkraftwerke werden bis zum Ende des Jahres 2014 stillgelegt:
2012: AKW Brokdorf und AKW Philippsburg 2.       
2013: AKW Grohnde und AKW Grafenrheinfeld:
2014: AKW Isar 2 und AKW Emsland.

  • Die Bundesregierung muss umgehend ein Atomausstiegsgesetz gemäß Punkt 1 und 2 vorlegen.

3.            Atomausstieg ins Grundgesetz

Damit der Atomausstieg unumkehrbar wird, muss er in der Verfassung verankert werden. DIE LINKE. im Bundestag hat daher im April 2011 einen Gesetzesentwurf in den Bundestag eingebracht, der ein Verbot der Nutzung von Atomenergie und Atomwaffen im Grundgesetz vorsieht (BT-Drs. 17/5474).

  • Verankerung des Verbots der Nutzung von Atomenergie und Atomwaffen im Grundgesetz.

4.            Klimaschutz und Atomausstieg: Kein Widerspruch

Ein frühzeitiger Atomausstieg führt in diesem Jahrzehnt zu einer vorübergehenden Erhöhung der jährlichen CO2-Emissionen im Stromsektor. Durch einen beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien kann dieser Anstieg aber in den Jahren nach 2020 mehr als kompensiert werden. Ein Sofortprogramm für die erneuerbare Energiewende muss u.a. umfassen:

  • Beibehaltung des Einspeisevorrangs und wirkungsvoller Vergütungssätze für Strom aus erneuerbaren Energien, Erstellung eines Bundesfachplans Netzumbau sowie Förderung der Entwicklung und Etablierung effizienter Speichertechnologien.
  • Energieeffizienz-Offensive: ambitionierte, verbindliche Standards für den Energieverbrauch stromverbrauchender Geräte und industrieller Prozesse; Einführung eines Energiesparfonds (2,5 Mrd. Euro/a) mit speziellen Förderprogrammen für einkommensschwache Haushalte.
  • Klimagerechter Umbau des Kraftwerksparks durch ein Kohleausstiegsgesetz.

5.            Strompreise sozial abfedern, Marktaufsicht wahrnehmen

Ein unverzüglicher Atomausstieg verändert die Kosten der Stromerzeugung. Die langfristig anfallenden, von der Gesellschaft insgesamt zu tragenden Kosten werden umso geringer, je schneller der Ausstieg erfolgt. Denn Atomstrom ist – wenn  man die enormen Aufwendungen für Sicherheit und Entsorgung berücksichtigt – extrem  teuer. Kurzfristig und mittelfristig sind jedoch geringfügige Preissteigerungen zu erwarten. Der schnelle Atomausstieg ist daher ein Grund mehr, eine wirksame Strommarktaufsicht durchzusetzen, die Marktmacht der der „Großen Vier“ RWE, E.ON, Vattenfall und EnBW einzudämmen sowie Preissteigerungen für einkommensschwache Haushalte abzufedern.

  • Einführung einer wirksamen und handlungsfähigen staatlichen Strompreisaufsicht; Wieder­einführung der Börsenaufsicht für den Spothandel im deutschen Strommarkt bzw. über alle Spotmärkte auf EU-Ebene; schärfere Ahndung des Insiderhandels an Strombörsen (Straftatbestand).
  • Erhöhung der Brennelementesteuer zur Abschöpfung der Extraprofite aus dem Emissions­handel und Überführung der AKW-Rückstellungen in einen öffentlich-rechtlichen Fonds.
  • Verbot von Stromsperren, verbindliche Einführung von Stromsozialtarifen und Unterstützung von niedrigen Einkommen beim Kauf stromsparender Geräte.

6.            Atomausstieg schafft Arbeitsplätze

Die Energiewende und ein unverzüglicher Atomausstieg werden positive Beschäftigungseffekte haben. Während bei den vier großen Energiekonzernen in den letzten Jahren zigtausende Arbeitsplätze abgebaut wurden, arbeiten heute rund 340.000 Menschen in der Erneuerbaren-Energie-Branche. Eine regionalisierte Energieversorgung infolge des Atomausstiegs wird zu einem  Beschäftigungsmotor im kommunalen Bereich. Nichtsdestotrotz stellt sich die Frage, was mit den Beschäftigten in den Atomkraftwerken nach einer Stilllegung geschieht. Mit Hilfe regionaler Wirtschaftspolitik müssen über die durch den Abbau von Atomkraftwerken benötigten Arbeitskräfte hinaus Ersatzarbeitsplätze an den Atomkraftwerksstandorten geschaffen werden.

  • Initiativen für die Schaffung von Ersatzarbeitsplätzen an den Atomkraftwerksstandorten durch regionale Wirtschaftspolitik.
  • Wende in der Beschäftigungspolitik der Erneuerbaren-Branche hin zu tariflicher Entlohnung, Sicherstellung gewerkschaftlicher Rechte und Guter Arbeit.

7.            Energiekonzerne entmachten – Energiewende demokratisieren

Der Atomausstieg muss gleichzeitig ein Einstieg in eine andere Energiepolitik sein, konsequent orientiert am Ziel einer erneuerbaren, aber auch demokratisierten Stromversorgung. Es wird keine sozial-ökologische Energiewende geben, solange es nicht gelingt, die vier großen Energiekonzerne zu entmachten. Der Wille der Bürgerinnen und Bürgern und nicht der „shareholder value“ der Aktienbesitzer von E.ON und RWE muss bei der Entscheidung über die zukünftige Energieversorgung im Vordergrund stehen. Bei Planungsverfahren für den Bau von Netzen, Speichern oder Erzeugungsanlagen müssen die Mitbestimmungsmöglichkeiten der Bevölkerung ausgeweitet werden. Schon vor Beginn der Planungsverfahren sind die Bürgerinnen und Bürger zu informieren und einzubeziehen.

  • Überführung der Energienetze in die öffentliche Hand, Rekommunalisierung der Energie-versorgung und Förderung von Energiegenossenschaften.
  • Beiräte aus Umwelt- und Verbraucherverbänden, Gewerkschaften und Mandatsträger/innen u.a. begleiten mit verbindlichen Mitbestimmungsrechten den Energiewendeprozess auf allen Ebenen (Bund, Länder, Kommunen).

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