Kaschieren und blamieren
Zur Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt im Monat Dezember erklärt die Bundesgeschäftsführerin der LINKEN, Caren Lay:
Es gibt die Arbeitslosen, die es offiziell nicht gibt. Die Bundesagentur liefert monatlich eine Gefälligkeitsstatistik für Frau von der Leyen, für den Monat Dezember addierte die Behörde 2,78 Millionen Menschen ohne Beschäftigung zusammen. So lässt sich prima auf ein "gutes Jahr" zurückblicken.
DIE LINKE rechnet seit 2009 monatlich noch einmal nach: In der offiziellen Statistik fehlen Arbeitslose über 58, Menschen in Beschäftigungsmaßnahmen und 1-Euro-Jobs, kranke Arbeitslose, Arbeitslose in Weiterbildung und in sogenannten beruflichen Eingliederungen. All diese Menschen sind arbeitslos, zusammen im Monat Dezember mehr als eine Million. Insgesamt waren im Dezember somit 3,80 Millionen Menschen arbeitslos. Kein so gutes Jahr, also.
Und ganz abgesehen davon: Die Arbeitsplätze, die entstehen, befinden sich zu einem Großteil im Niedriglohnbereich, sind prekäre Beschäftigungsverhältnisse oder Leiharbeit. Schlecht bezahlt und unsicher taugt diese Arbeit nicht für ein gutes Leben und nicht für eine gute Rente.
DIE LINKE fordert eine Arbeitsmarktpolitik, die Menschen in sozialversicherungspflichtige, existenzsichernde Arbeit bringt – sich darum zu kümmern, ist weit sinnvoller, als Statistiken zu schönen.
Allestöter Roundup verbieten
"Verbraucherpolitik muss Transparenz schaffen, für Rechtssicherheit sorgen und gesundheitlichen Schutz gewährleisten."
Bundesministerin Ilse Aigner
Frau Aigner, wir nehmen Sie beim Wort und fordern den sofortigen
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Verkaufsstopp glyphosathaltiger Pflanzengifte an Privatpersonen
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Stopp des Einsatzes glyphosathaltiger Pflanzengifte in der Landwirtschaft
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Importstopp genmanipulierter Lebens- und Futtermittel
Denn wir brauchen gesunde Lebensmittel für alle Menschen und Tiere!
Werden Sie aktiv: Gift und Gentechnik sind keine Lösung. Die Mehrheit der Verbraucherinnen und Verbraucher wollen gesunde Lebensmittel, nachhaltig-ökologische Landwirtschaft und eine intakte Umwelt.
Fordern Sie das Ende von Roundup, Gyphosat und Gentechnik in Deutschland und Europa. Senden Sie eine Protestmail an Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner.
Unterschreiben Sie hier die Protestnote bei der Onlineaktion vom Umweltinstitut München.
Mit einem Klick auf die obige Grafik laden Sie das Faltblatt zum Thema Roundup und Glyphosat.
Ergänzend ein Bericht vom SWR: http://swrmediathek.de/player.htm?show=bd613fb0-ffdc-11e0-b216-0026b975f2e6
Mindestlöhne richten keine Schäden an
Quelle: Ksta.de
Die bislang in Deutschland bestehenden gesetzlichen Mindestlöhne vernichten keine Arbeitsplätze und verzerren auch nicht den Wettbewerb. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht der Bundesregierung, wie das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ am Sonntag berichtete. Vier Forschungsinstitute untersuchten demnach im Auftrag des Bundesarbeitsministeriums die Wirkungen der Mindestlöhne.
Den ganzen Artikel finden sie hier.
Hier eine Liste zum Mindestlöhnen:
Luxemburg 1.570 €
Niederlande 1.335 €
Belgien 1.309,6 €
Vereinigtes Königreich 1.222,5 €
Frankreich 1.280 €
Irland 1.462 €
Griechenland 680,6 €
USA 696 €
Spanien 700 €
Malta 612,3 €
Slowenien 538,5 €
Portugal 497,0 €
Türkei 353,8 €
Tschechien 304,0 €
Ungarn 272,5 €
Polen 312,7 €
Estland 278,0 €
Slowakei 242,5 €
Litauen 231,7 €
Lettland 239,7 €
Bulgarien 112,5 €
Rumänien 141,4 €
Russland 117 €
Schweden , Dänemark Branchenregelungen
Österreich über Sozialpartner
Deutschland (in manchen Branchen)
Schweiz (in der Diskussion)
Stand 2008 Eurostat, Quelle: wikipedia
Kredithebel beim EFSF – Fragen und Antworten
Nach der Abstimmung im Bundestag über die Ausweitung des Euro-Rettungsschirm EFSF Ende September begann unmittelbar die Debatte darüber, ob die zur Verfügung stehenden Mittel mithilfe eines Kredithebels nicht erhöht werden können. Doch was ist ein Kredithebel, wie funktioniert er, welche Vorteile und welche Risiken birgt er?
Kaum ist der EFSF-Rettungsschirm aufgestockt, da wird schon wieder darüber geredet, ob seine Mittel ausreichen. Warum?
Vor der Aufstockung konnte der EFSF-Rettungsschirm lediglich Kredite bis zu einer Gesamtsumme von 250 Milliarden Euro vergeben. Davon waren rund 150 Milliarden durch bestehende Kreditzusagen an Griechenland, Portugal und Irland bereits ausgegeben bzw. reserviert. Da die herrschende Politik sich als unfähig erwiesen hatte, die Krise erfolgreich zu bewältigen, drohte sich die Krise in der Eurozone nun zusätzlich noch auf große Volkswirtschaften wie Italien auszudehnen. Der Rettungsschirm wurde deshalb aufgestockt. Jetzt kann er Kredite im Volumen von 440 Milliarden Euro vergeben. Allerdings wurden nicht nur die Mittel des Rettungsschirms aufgestockt, sondern auch seine Kompetenzen erweitert. Für diese neuen Aufgaben sind zusätzliche erhebliche Mittel erforderlich.
Welche Aufgaben sind das?
Der Fond soll zukünftig "bedrohten“ Ländern (z.B. Italien) präventive Kreditlinien einräumen, Kredite zur Rekapitalisierung von Banken vergeben und Anleihen von Krisenländern kaufen, um so deren Zinsen zu drücken. Da der EFSF aufgrund der ausstehenden Zustimmung in den nationalen Parlamenten bislang noch nicht einsatzbereit ist, hat die Europäische Zentralbank zwischenzeitlich die Aufgabe des Aufkaufs von Staatsanleihen übernommen. Sie hat dafür in den letzten zwei Monaten knapp 90 Milliarden Euro eingesetzt. Zwar lässt sich diese Zahl nicht einfach auf das Jahr hochrechnen. Trotzdem macht der Betrag deutlich, dass der EFSF schon allein mit dieser Aufgabe bald überfordert wäre.
Warum sollen gerade Hebelinstrumente die Lösung bringen?
Durch sogenannte Hebelinstrumente lässt sich das Volumen der Hilfskredite des Rettungsfonds vergrößern, ohne dass der Garantierahmen (im Fall Deutschlands 211 Milliarden Euro zuzüglich Zinskosten) aufgestockt werden müsste. Dies ist insofern wichtig, als eine nochmalige Aufstockung der Mittel für den Rettungsschirm politisch in vielen Euro-Ländern als nicht mehr durchsetzbar gilt.
Was ist ein Kredithebel?
Zur Verfügung stehende Mittel für eine Investition werden durch einen Kredit vergrößert. Wenn die Rendite der Investition höher ist als der Zins für den Kredit, kann so der Profit um ein Vielfaches gesteigert werden. Umgekehrt steigt aber auch der Verlust um ein Vielfaches. Ein Kredithebel ist also kein Dukaten scheißender Goldesel. Der Preis für die höhere Profitmöglichkeit ist ein höheres Verlustrisiko. Nach diesem Prinzip haben Banken und Hedgefonds ihre Bilanzen aufgeblasen und jahrelang ihre Profite gehebelt. Dann kam die Finanzkrise und das Eigenkapital war für die Verluste zu niedrig. Es ist schon bezeichnend, dass jetzt der Ausweg aus einer Krise mit einem Instrument gesucht wird, das in die Krise hineingeführt hat.
Kann man das an einem Beispiel deutlich machen?
Nehmen wir im ersten Fall an, jemand investiert 100 Euro eigenes Geld und erzielt damit innerhalb eines Jahres eine zehnprozentige Rendite. Dann bekommt er nach einem Jahr 110 Euro zurück. Nehmen wir im zweiten Fall an, dass jemand seine eigenen 100 Euro und zusätzlich 100 Euro geliehenes Geld – also insgesamt 200 Euro – in die gleiche Anlage investiert hat. Für die 100 Euro geliehenes Geld zahlt er fünf Prozent Zinsen. Nach einem Jahr bekommt er 220 Euro zurück. Damit tilgt er seinen Kredit über 100 Euro und zahlt fünf Euro Zinsen. Nach einem Jahr bleiben im zweiten Fall 115 Euro übrig. Fünf Euro mehr als im ersten Fall – also im Fall der Investition ohne Kredit. Die Eigenkapitalrendite liegt demnach am Ende bei 15 Prozent, anstatt bei zehn ohne Kredithebel.
Welche Hebelinstrumente sind für den EFSF-Rettungsfond im Gespräch?
Folgende drei Ideen kursieren: Der EFSF fungiert als Teilkaskoversicherung für Staatsanleihen. In diesem Fall übernimmt er zum Beispiel zu einem Viertel die Verluste eines Investors, wenn beispielsweise Italien zahlungsunfähig wird. Würden auf diese Art genug Investoren für Staatsanleihen angelockt, ergäbe das ein höheres Kreditvolumen.
Zweite Hebelidee: Der EFSF könnte gekaufte Anleihen nach Risikoklassen bündeln und als verbriefte Forderungen weiterverkaufen. Die Anleihen mit dem höchsten Risiko würden beim EFSF verbleiben. Mit den Erlösen dieser Verkäufe könnte der EFSF wieder neue Anleihen erwerben.
Die dritte Möglichkeit wäre, dem EFSF eine Banklizenz zu erteilen.
Wie würde der EFSF als Bank funktionieren?
Der EFSF kauft mit seinen zur Verfügung stehenden Mitteln Anleihen der Krisenländer. Danach leiht er sich frisches Geld bei der Europäischen Zentralbank (EZB), indem er die gekauften Staatsanleihen dort als Sicherheit hinterlegt. Experten halten so einen Hebel von acht bis zehn für realistisch. Das bedeutet, dass der EFSF mit den noch freien Mitteln von ungefähr 300 Milliarden Euro seine Kapazität auf ungefähr drei Billionen Euro hochhebeln könnte.
Was bedeutet ein Kredithebel für die EZB?
Die EZB würde im Ernstfall auf wertlosen Staatsanleihen sitzenbleiben. Sie mutiert also zu einem potentiellen Schrottplatz für Staatsanleihen. Für die Verluste der Zentralbank haften in letzter Instanz die Steuerzahler.
Was ist der Unterschied zu dem Modell, dass sich die Staaten über eine öffentliche Bank bei der EZB zu niedrigen Zinsen finanzieren, so wie es DIE LINKE fordert?
Der Kauf von Staatsanleihen durch den EFSF ist an Bedingungen geknüpft. Die hilfsbedürftigen Staaten müssen sich einem Kürzungs- und Privatisierungsdiktat unterwerfen. Je nach Kooperationsbereitschaft könnte der EFSF also entweder Länder finanzieren oder sie den Finanzmärkten zum Fraße vorwerfen. DIE LINKE fordert stattdessen die Finanzierung der Staaten grundsätzlich und ohne Bedingungen von den Finanzmärkten zu befreien: Allen Staaten der Eurozone sollte ein gleichberechtigter Zugang zu billigen Krediten der EZB mithilfe einer öffentlichen Bank und ohne weiteren Umweg über die Finanzmärte eingeräumt werden. Darüber hinaus muss die öffentliche Verschuldung nicht durch unsoziale Kürzungsprogramme, sondern durch eine ausreichende Besteuerung von Millionären und Großkonzernen auf ein tragfähiges Niveau gebracht werden.
Welches Modell wird gegenwärtig für den Euro-Rettungsschirm favorisiert?
Die Bundesregierung hat bisher keine eindeutigen Sympathien erkennen lassen. Bundesbankpräsident Weidmann ist gegen eine Banklizenz für den EFSF. Die Finanzmärkte haben eine klare Präferenz für die Banklizenz, weil damit am meisten Geld auf die Märkte gepumpt werden würde.
Muss der Bundestag erneut zustimmen, bevor ein Kredithebel für den Rettungsschirm installiert wird?
Das kann mit abschließender Gewissheit erst gesagt werden, wenn das Finanzinstrument feststeht, mit dem die Mittel des EFSF gehebelt werden sollen. Ist zur Umsetzung eine Kompetenzerweiterung des Fonds notwendig, muss das Parlament zustimmen.
linksfraktion.de, 11. Oktober 2011
Rechtslücke macht Strom teurer
Quelle: Ksta.de
Ein derart umfängliches Versagen der Aufsicht durch die Regierung hat es wohl noch nie gegeben, seit die Energiemärkte 1998 liberalisiert wurden: Bis zu zwei Milliarden Euro kassieren die Betreiber der Strom- und Gasnetze kommendes Jahr zusätzlich von ihren Kunden, weil ein Urteil des Bundesgerichtshofs nicht ernst genommen wurde.
Den ganzen Artikel zum Versagen der Bundesregierung finden Sie hier.
Blamage: FAZ veröffentlicht Code des Bundestrojaners
Quelle: FAZ am Sonntag
Jetzt ist es öffentlich: Die Software, die Polzei und Geheimdienst benutzen, um die Computer von Kriminellen auszuspionieren, wurde heute von der "FAZ am Sonntag" eins zu eins abgedruckt, Der Chaos Computer Club (CCC) hatte eine Kopie des so genannten "Bundestrojaners" zugespielt bekommen und an die Zeitung weitergereicht. Der CCC will bei der Analyse des Quellcodes Funktionen entdeckt haben, „die über das Abhören von Kommunikation weit hinausgehen". Das wäre allerdings ein Verstoß gegen ein entsprechendes Grundsatzurteil des Bundesverfassungsgerichts.
Den ganzen Artikel bei der FAZ finden Sie hier.
Für 150.000 Euro den Papst besucht
Quelle: Ksta.de
Für eine Romreise aus Anlass einer Audienz beim Papst hat Bundesforschungsministerin Annette Schavan nach einen Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ die Flugbereitschaft des Bundes genutzt und damit Kosten von 150.000 Euro verursacht. Die Reise habe Ende März stattgefunden. Mit drei Begleitern sei die CDU-Politikerin am Vorabend des Termins angereist und am Tag nach der Audienz bei Benedikt XVI. wieder mit einem Kleinjet abgeholt worden.
Frei nach dem Motto “Geld stinkt nicht” – lieber andere zahlen lassen für eine nette Reise nach Rom. Was hat die Bundesforschungsministerin wohl beim Papst dienstlich erforscht? Den ganzen Artikel finden Sie hier.
In der ganzen Welt finden sich augenblicklich Menschen unterschiedlichster Herkünfte zu Demonstrationen gegen die Finanzwirtschaft, die Verarmung großer Teile der Bevölkerung und für ein gerechtes Weltwirtschaftssystem zusammen. Ist dies nur eine Momentaufnahme oder der Anfang einer Bewegung wie sie in der DDR 1989 ihren Anfang nahm? Kommt die Revolution, wie in der arabischen Welt, jetzt auch langsam in den kapitalistischen Industrienationen in Fahrt? Die Menschen erkennen immer mehr, Kapitalismus hat nichts mit Freiheit zu tun; selbst seinen Ausbeuter kann man bei der augenblicklichen Arbeitsmarktsituation nicht mehr frei wählen. Kapitalismus hat auch nichts mit Gerechtigkeit zu tun, max. 10% der Bevölkerung schöpft den Rahm ab, der Rest kann sehe, wo er bleibt. Kapitalismus hat auch nichts mit Menschenwürde zu tun. Die reichen Staaten beuten die armen Staaten aus und diktieren ihnen die Regeln und letztendlich (dies wird vielen Menschen jetzt erst klar): Kapitalismus hat nichts mit einer funktionierenden Weltwirtschaft zu tun. Der „Kapitalismus frisst seine eigenen Kinder“ so kann das alte Sprichwort neu vertont werden. Die Habgier der Banken, der Großkonzerne aber auch mancher Staatsmänner/frauen, immer mehr aus dem Kapitalanteil Arbeit (=Mensch) bei immer weniger Kapitaleinsatz (=Geld/Lohn) herauszuholen wird scheitern. Der Bogen ist überspannt! Die Banken scheitern an Ihren eigenen Phantasiepapieren, an dem erzeugten „Luftgeld“, hinter dem keine materielle Sicherheit steht. Die Unternehmen scheitern, weil Sie mit Ihrer Vorgehensweise, immer billiger produzieren wollen (z. B. in Entwicklungs- und Schwellenländern), aber aufgrund der generell niedrigen Gehaltsstrukturen weltweit, den jeweiligen schwachen Binnennachfragen usw. trotz des geringeren Preises, ihre Güter nur noch an die besserverdienende Schicht absetzen können – doch diese wird immer kleiner! Der Staat zu guter Letzt schröpft die Bürgerinnen und Bürger mit Steuern und Abgaben – nicht zuletzt um angehäufte Schulden, bzw. Bürgschaften für die von anderen angehäuften Schulden, bezahlen zu können. Heiner Geissler dazu im Kölner Stadt Anzeiger vom 7.10.2011, „…Das jetzt vorherrschende kapitalistische Wirtschaftssystem muss ersetzt werden durch eine internationale öko-soziale Marktwirtschaft…“. Ich sage dazu demokratischer Sozialismus – in der Konsequenz der Ausprägung dieses neuen Wirtschaftssystems liegen die Notwendigkeiten aber wohl nah beieinander.