Bundesregierung

32. Mucher Sonntagswort

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…und noch ein Artikel zu Wulff

Also das muss man sich wirklich gut überlegen: schreibe ich auch mal etwas zu dem Thema Bundespräsident Wulff? Seit Wochen liefert er die Headlines in den Boulevard-Gazetten, aber auch in den als seriöser geltenden Medien wie Spiegel, Focus, Hamburger Abendblatt, FAZ usw. Dazu kommen tägliche Statements aus allen Parteien in alle Richtungen. Es gibt laute Rücktrittsforderungen und meist leisere Solidaritätsbekundungen. Viele wollen erst noch abwarten und hoffen auf die heilende Kraft der Zeit. Andere wiederum starten Umfragen und fragen nun das Volk (als hätte man es damals bei der Wahl gefragt). Laut ZDF-Politbarometer sind 50% für einen Rücktritt, 44% für einen Verbleib. 72% halten jedoch den Bundespräsidenten für im Amt beschädigt und mindestens ebenso viele wollen, dass ein nächster Bundespräsident (oder eine Bundespräsidentin) direkt vom Volk gewählt wird.

Wie sieht man die Wulff-Affäre eigentlich außerhalb von Deutschland? In den USA, in Frankreich und in Großbritannien wird sie kaum wahrgenommen. In England schaffte es auch eine 500000 € Meldung auf die Titelseite, es ging aber nicht um Wulffs Immobilienkredit, sondern um den Schweizer Zentralbankpräsidenten Philipp Hildebrand, dessen Frau kurz vor der Abwertung des Schweizer Franken allzu
gewinnbringend mit Devisen spekuliert hatte. Frankreich hat mit Juppé einen vorbestraften Außenminister und Ex-Präsident Chirac hatte seinerzeit bis zu sieben Ermittlungsverfahren gegen sich laufen. Und Italien? Aber hallo, da kann man nur müde lächeln ob der Peanuts, um die man sich hierzulande echauffiert angesichts eines gewissen Signore Berlusconi, den man gerade mühsam aus seinem missbrauchten Amt gedrängt hat.

Gerade heute kommt ein neuer Vorwurf auf aus dem Jahr 2008, als er als Niedersachsens Ministerpräsident zwei Nächte im „Bayerischen Hof“ in München verbracht hatte und von einem Berliner Filmproduzenten einen Zuschuss von 200 € pro Nacht für eine Luxussuite erhielt, wovon Wulff allerdings wohl gar nichts wusste.
Wulff hatte mit seiner Frau erstmalig auch das Oktoberfest besucht. Der Besuch hatte also einen deutlichen privaten Charakter. Mal abgesehen von den nun wirklich niedrigen Summen, um die es hier geht, frage ich mich eher, was die zuständige Rechnungsprüfung im Land zu sagen hat, was die Abrechnung solcher gemischt privater und offizieller Besuche angeht. Ich will hiermit auch hauptsächlich darauf
hinweisen, dass mittlerweile eine regelrechte Hetz- und Treibjagd statt findet. Jeder neue Vorwurf und leider auch jeder Scheinvorwurf bringt neue Zeilen und Spalten auf den ersten Seiten. Das ist das Gesetz der Journaille. Das kann Politiker und andere Promis treffen und schon manche haben unter derartigen Attacken psychische Verletzungen erlitten und sich nicht wieder erholt. Da muss man auch mal ganz klar
einen mahnenden Finger in Richtung Journalisten erheben.

Doch zurück zu Wulff und seiner Rolle in der Affäre. Lange Zeit galt er als Vorzeigepräsident und machte eine gute Figur in der Repräsentation im Inland und im Ausland. Dies ist seine Hauptaufgabe. Darüber hinaus soll er in Reden Stellung nehmen zu wichtigen aktuellen Themen und ein Mahner sein, wenn etwas aus dem Ruder zu laufen droht. Voraussetzung dafür ist eine souveräne Integrität und absolute Unabhängigkeit. Diese soll ihm durch ein großzügiges Einkommen auch über die Amtszeit hinaus garantiert werden. So erhält er ja – selbst bei eigenem Rücktritt – eine lebenslange Pension von 200000 € pro Jahr. Und jetzt sind wir eher wieder beim eigentlichen Thema. Wir alle kennen auch die Summen, die abgedankte
Manager erhalten, bzw. sich selbst genehmigen. Da geht es regelmäßig um Millionenbeträge. Da kommt sich selbst ein Bundespräsident als Almosenempfänger vor. Genauso scheinen sich andere Führungspersonen aus der Politik zu fühlen, wenn sie nach Ende ihrer Amtszeit schnurstracks in die Aufsichtsräte der Konzerne
wechseln, die sie vorher noch überwachen sollten.
Im Neuen Testament schreibt Apostel Paulus an Timotheus von der Gier als die Wurzel allen Übels (avaritia radix omnium malorum) und über die Jahrhunderte nahm es Luther in seinem Kampf gegen Obrigkeit und Kirche diese Erkenntnis ebenso auf wie zur großen Inflation zu Beginn des 30jährigen Krieges und bis hin zu den Krisen der Neuzeit.

Das scheint mir der wirkliche Knackpunkt auch zum Thema Wulff-Affäre zu sein. Das ist es auch, was die Öffentlichkeit, die normalen Bürger, am meisten stört. Ich weiß mittlerweile auch nicht mehr, ob ich nun für einen sofortigen Rücktritt plädieren soll – zuviel stört mich an den gesamten Vorgängen im Umfeld. Sicher ist nur, dass die Aufklärungsversuche kläglich gescheitert sind und noch mehr Öl ins Feuer gegossen haben. Welche Rollen dabei die Berater, der Sprecher und die Anwälte spielen, ist mir auch noch unklar und dann gibt es da auch noch meine Haltung, dass jemand auch eine Chance haben muss zur Wiedergutmachung, zur Umkehr, zur Buße. Dazu braucht es aber auch eine Erkenntnis, Fehler gemacht zu haben; das ist mir bei Christian Wulff viel zu wenig ausgeprägt. Aber jetzt mit Steinen zu werfen, mag ich auch nicht.

Es ist jetzt Zeit, von der Einzelperson Christian Wulff den Bogen zu spannen zu allen politischen Repräsentanten und Verantwortlichen. Die allermeisten von uns stehen aktuell nicht in der Gefahr, ihre Macht missbrauchen zu können. Dennoch sage ich mir, auch im Kleinen kann ich den Anfängen währen. Nur wenn ich mir der Gefahren bewusst bin, bin ich gewappnet. Dann kann ich auch darauf hinweisen, wenn mir die Macht Einzelner scheinbar zu groß wird. Dann kann ich auf Transparenz pochen, wo mir zu viel verschleiert wird. Dann kann ich für Mäßigung plädieren, wo Ungleichheit entsteht und Solidarität verlustig geht. Und da gibt es genug aktuelle Betätigungsfelder. Da gilt es die immer schneller wachsende Schere von Habenden und Nicht-Habenden zu durchbrechen, die Teilhabe von Menschen mit körperlichen, psychischen und sozialen Handicaps zu fördern und der Zerstörung des gesunden Gleichgewichts von Mensch, Tier und Umwelt auf allen Ebenen entgegen zu wirken.
Genug zu tun also und da ist es auch egal mit welchem Bundespräsidenten.

Kaschieren und blamieren

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Zur Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt im Monat Dezember erklärt die Bundesgeschäftsführerin der LINKEN, Caren Lay:

Es gibt die Arbeitslosen, die es offiziell nicht gibt. Die Bundesagentur liefert monatlich eine Gefälligkeitsstatistik für Frau von der Leyen, für den Monat Dezember addierte die Behörde 2,78 Millionen Menschen ohne Beschäftigung zusammen. So lässt sich prima auf ein "gutes Jahr" zurückblicken.
DIE LINKE rechnet seit 2009 monatlich noch einmal nach: In der offiziellen Statistik fehlen Arbeitslose über 58, Menschen in Beschäftigungsmaßnahmen und 1-Euro-Jobs, kranke Arbeitslose, Arbeitslose in Weiterbildung und in sogenannten beruflichen Eingliederungen. All diese Menschen sind arbeitslos, zusammen im Monat Dezember mehr als eine Million. Insgesamt waren im Dezember somit 3,80 Millionen Menschen arbeitslos. Kein so gutes Jahr, also.
Und ganz abgesehen davon: Die Arbeitsplätze, die entstehen, befinden sich zu einem Großteil im Niedriglohnbereich, sind prekäre Beschäftigungsverhältnisse oder Leiharbeit. Schlecht bezahlt und unsicher taugt diese Arbeit nicht für ein gutes Leben und nicht für eine gute Rente.
DIE LINKE  fordert eine Arbeitsmarktpolitik, die Menschen in sozialversicherungspflichtige, existenzsichernde Arbeit bringt – sich darum zu kümmern, ist weit sinnvoller, als Statistiken zu schönen.

Allestöter Roundup verbieten

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"Verbraucherpolitik muss Transparenz schaffen, für Rechtssicherheit sorgen und gesundheitlichen Schutz gewährleisten."

Bundesministerin Ilse Aigner

 

imageFrau Aigner, wir nehmen Sie beim Wort und fordern den sofortigen

  • Verkaufsstopp glyphosathaltiger Pflanzengifte an Privatpersonen

  • Stopp des Einsatzes glyphosathaltiger Pflanzengifte in der Landwirtschaft

  • Importstopp genmanipulierter Lebens- und Futtermittel

Denn wir brauchen gesunde Lebensmittel für alle Menschen und Tiere!

Werden Sie aktiv: Gift und Gentechnik sind keine Lösung. Die Mehrheit der Verbraucherinnen und Verbraucher wollen gesunde Lebensmittel, nachhaltig-ökologische Landwirtschaft und eine intakte Umwelt.
Fordern Sie das Ende von Roundup, Gyphosat und Gentechnik in Deutschland und Europa. Senden Sie eine Protestmail an Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner.

Unterschreiben Sie hier die Protestnote bei der Onlineaktion vom Umweltinstitut München.

Mit einem Klick auf die obige Grafik laden Sie das Faltblatt zum Thema Roundup und Glyphosat.

Ergänzend ein Bericht vom SWR: http://swrmediathek.de/player.htm?show=bd613fb0-ffdc-11e0-b216-0026b975f2e6

Mucher Sonntagswort: Von der Leyens Mindestlöhne – Altersarmut vorprogrammiert

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von Martin Beinersdorf, OV Much, SkB Finanzausschuss Rhein-Sieg

Die CDU wackelt! Nach dem (genötigten) Atomausstieg jetzt die nächste 180 Grad Wende der Regierung?

Vermehrt ertönen nun auch aus Reihen der CDU lautstark Forderungen nach Einführung eines Mindestlohns. Gute Aussichten für ArbeitnehmerInnen?

Ich befürchte nicht! Was die CDU da fordert hört sich in weiten Teilen sehr unausgegoren an und soll wohl eher dazu dienen den Betroffenen Sand in die Augen zu streuen.
Auf einmal ist aus Reihen der CDU von "gerechter Bezahlung für gute Arbeit" und "einer Frage der Würde das Menschen von Ihrer Tagesarbeit Leben können" die Rede.
Die Sprüche könnten auch auf dem Bundesparteitag der Linken gefallen sein – nur das sie dort ernst gemeint gewesen wären.

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Mindestlöhne richten keine Schäden an

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Quelle: Ksta.de

Die bislang in Deutschland bestehenden gesetzlichen Mindestlöhne vernichten keine Arbeitsplätze und verzerren auch nicht den Wettbewerb. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht der Bundesregierung, wie das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ am Sonntag berichtete. Vier Forschungsinstitute untersuchten demnach im Auftrag des Bundesarbeitsministeriums die Wirkungen der Mindestlöhne.

Den ganzen Artikel finden sie hier.

 

Hier eine Liste zum Mindestlöhnen:

Luxemburg 1.570 €
Niederlande 1.335 €
Belgien 1.309,6 €
Vereinigtes Königreich 1.222,5 €
Frankreich 1.280 €
Irland 1.462 €
Griechenland 680,6 €
USA 696 €
Spanien 700 €
Malta 612,3 €
Slowenien 538,5 €
Portugal 497,0 €
Türkei 353,8 €
Tschechien 304,0 €
Ungarn 272,5 €
Polen 312,7 €
Estland 278,0 €
Slowakei 242,5 €
Litauen 231,7 €
Lettland 239,7 €
Bulgarien 112,5 €
Rumänien 141,4 €
Russland 117 €
Schweden , Dänemark Branchenregelungen
Österreich über Sozialpartner
Deutschland (in manchen Branchen)
Schweiz (in der Diskussion)
Stand 2008 Eurostat, Quelle: wikipedia

Kredithebel beim EFSF – Fragen und Antworten

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Nach der Abstimmung im Bundestag über die Ausweitung des Euro-Rettungsschirm EFSF Ende September begann unmittelbar die Debatte darüber, ob die zur Verfügung stehenden Mittel mithilfe eines Kredithebels nicht erhöht werden können. Doch was ist ein Kredithebel, wie funktioniert er, welche Vorteile und welche Risiken birgt er?

Kaum ist der EFSF-Rettungsschirm aufgestockt, da wird schon wieder darüber geredet, ob seine Mittel ausreichen. Warum?

Vor der Aufstockung konnte der EFSF-Rettungsschirm lediglich Kredite bis zu einer Gesamtsumme von 250 Milliarden Euro vergeben. Davon waren rund 150 Milliarden durch bestehende Kreditzusagen an Griechenland, Portugal und Irland bereits ausgegeben bzw. reserviert. Da die herrschende Politik sich als unfähig erwiesen hatte, die Krise erfolgreich zu bewältigen, drohte sich die Krise in der Eurozone nun zusätzlich noch auf große Volkswirtschaften wie Italien auszudehnen. Der Rettungsschirm wurde deshalb aufgestockt. Jetzt kann er Kredite im Volumen von 440 Milliarden Euro vergeben. Allerdings wurden nicht nur die Mittel des Rettungsschirms aufgestockt, sondern auch seine Kompetenzen erweitert. Für diese neuen Aufgaben sind zusätzliche erhebliche Mittel erforderlich.

Welche Aufgaben sind das?

Der Fond soll zukünftig "bedrohten“ Ländern (z.B. Italien) präventive Kreditlinien einräumen, Kredite zur Rekapitalisierung von Banken vergeben und Anleihen von Krisenländern kaufen, um so deren Zinsen zu drücken. Da der EFSF aufgrund der ausstehenden Zustimmung in den nationalen Parlamenten bislang noch nicht einsatzbereit ist, hat die Europäische Zentralbank zwischenzeitlich die Aufgabe des Aufkaufs von Staatsanleihen übernommen. Sie hat dafür in den letzten zwei Monaten knapp 90 Milliarden Euro eingesetzt. Zwar lässt sich diese Zahl nicht einfach auf das Jahr hochrechnen. Trotzdem macht der Betrag deutlich, dass der EFSF schon allein mit dieser Aufgabe bald überfordert wäre.

Warum sollen gerade Hebelinstrumente die Lösung bringen?

Durch sogenannte Hebelinstrumente lässt sich das Volumen der Hilfskredite des Rettungsfonds vergrößern, ohne dass der Garantierahmen (im Fall Deutschlands 211 Milliarden Euro zuzüglich Zinskosten) aufgestockt werden müsste. Dies ist insofern wichtig, als eine nochmalige Aufstockung der Mittel für den Rettungsschirm politisch in vielen Euro-Ländern als nicht mehr durchsetzbar gilt.

Was ist ein Kredithebel?

Zur Verfügung stehende Mittel für eine Investition werden durch einen Kredit vergrößert. Wenn die Rendite der Investition höher ist als der Zins für den Kredit, kann so der Profit um ein Vielfaches gesteigert werden. Umgekehrt steigt aber auch der Verlust um ein Vielfaches. Ein Kredithebel ist also kein Dukaten scheißender Goldesel. Der Preis für die höhere Profitmöglichkeit ist ein höheres Verlustrisiko. Nach diesem Prinzip haben Banken und Hedgefonds ihre Bilanzen aufgeblasen und jahrelang ihre Profite gehebelt. Dann kam die Finanzkrise und das Eigenkapital war für die Verluste zu niedrig. Es ist schon bezeichnend, dass jetzt der Ausweg aus einer Krise mit einem Instrument gesucht wird, das in die Krise hineingeführt hat.

Kann man das an einem Beispiel deutlich machen?

Nehmen wir im ersten Fall an, jemand investiert 100 Euro eigenes Geld und erzielt damit innerhalb eines Jahres eine zehnprozentige Rendite. Dann bekommt er nach einem Jahr 110 Euro zurück. Nehmen wir im zweiten Fall an, dass jemand seine eigenen 100 Euro und zusätzlich 100 Euro geliehenes Geld – also insgesamt 200 Euro – in die gleiche Anlage investiert hat. Für die 100 Euro geliehenes Geld zahlt er fünf Prozent Zinsen. Nach einem Jahr bekommt er 220 Euro zurück. Damit tilgt er seinen Kredit über 100 Euro und zahlt fünf Euro Zinsen. Nach einem Jahr bleiben im zweiten Fall 115 Euro übrig. Fünf Euro mehr als im ersten Fall – also im Fall der Investition ohne Kredit. Die Eigenkapitalrendite liegt demnach am Ende bei 15 Prozent, anstatt bei zehn ohne Kredithebel.

Welche Hebelinstrumente sind für den EFSF-Rettungsfond im Gespräch?

Folgende drei Ideen kursieren: Der EFSF fungiert als Teilkaskoversicherung für Staatsanleihen. In diesem Fall übernimmt er zum Beispiel zu einem Viertel die Verluste eines Investors, wenn beispielsweise Italien zahlungsunfähig wird. Würden auf diese Art genug Investoren für Staatsanleihen angelockt, ergäbe das ein höheres Kreditvolumen.

Zweite Hebelidee: Der EFSF könnte gekaufte Anleihen nach Risikoklassen bündeln und als verbriefte Forderungen weiterverkaufen. Die Anleihen mit dem höchsten Risiko würden beim EFSF verbleiben. Mit den Erlösen dieser Verkäufe könnte der EFSF wieder neue Anleihen erwerben.

Die dritte Möglichkeit wäre, dem EFSF eine Banklizenz zu erteilen.

Wie würde der EFSF als Bank funktionieren?

Der EFSF kauft mit seinen zur Verfügung stehenden Mitteln Anleihen der Krisenländer. Danach leiht er sich frisches Geld bei der Europäischen Zentralbank (EZB), indem er die gekauften Staatsanleihen dort als Sicherheit hinterlegt. Experten halten so einen Hebel von acht bis zehn für realistisch. Das bedeutet, dass der EFSF mit den noch freien Mitteln von ungefähr 300 Milliarden Euro seine Kapazität auf ungefähr drei Billionen Euro hochhebeln könnte.

Was bedeutet ein Kredithebel für die EZB?

Die EZB würde im Ernstfall auf wertlosen Staatsanleihen sitzenbleiben. Sie mutiert also zu einem potentiellen Schrottplatz für Staatsanleihen. Für die Verluste der Zentralbank haften in letzter Instanz die Steuerzahler.

Was ist der Unterschied zu dem Modell, dass sich die Staaten über eine öffentliche Bank bei der EZB zu niedrigen Zinsen finanzieren, so wie es DIE LINKE fordert?

Der Kauf von Staatsanleihen durch den EFSF ist an Bedingungen geknüpft. Die hilfsbedürftigen Staaten müssen sich einem Kürzungs- und Privatisierungsdiktat unterwerfen. Je nach Kooperationsbereitschaft könnte der EFSF also entweder Länder finanzieren oder sie den Finanzmärkten zum Fraße vorwerfen. DIE LINKE fordert stattdessen die Finanzierung der Staaten grundsätzlich und ohne Bedingungen von den Finanzmärkten zu befreien: Allen Staaten der Eurozone sollte ein gleichberechtigter Zugang zu billigen Krediten der EZB mithilfe einer öffentlichen Bank und ohne weiteren Umweg über die Finanzmärte eingeräumt werden. Darüber hinaus muss die öffentliche Verschuldung nicht durch unsoziale Kürzungsprogramme, sondern durch eine ausreichende Besteuerung von Millionären und Großkonzernen auf ein tragfähiges Niveau gebracht werden.

Welches Modell wird gegenwärtig für den Euro-Rettungsschirm favorisiert?

Die Bundesregierung hat bisher keine eindeutigen Sympathien erkennen lassen. Bundesbankpräsident Weidmann ist gegen eine Banklizenz für den EFSF. Die Finanzmärkte haben eine klare Präferenz für die Banklizenz, weil damit am meisten Geld auf die Märkte gepumpt werden würde.

Muss der Bundestag erneut zustimmen, bevor ein Kredithebel für den Rettungsschirm installiert wird?

Das kann mit abschließender Gewissheit erst gesagt werden, wenn das Finanzinstrument feststeht, mit dem die Mittel des EFSF gehebelt werden sollen. Ist zur Umsetzung eine Kompetenzerweiterung des Fonds notwendig, muss das Parlament zustimmen.

linksfraktion.de, 11. Oktober 2011

Rechtslücke macht Strom teurer

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Quelle: Ksta.de

 

Ein derart umfängliches Versagen der Aufsicht durch die Regierung hat es wohl noch nie gegeben, seit die Energiemärkte 1998 liberalisiert wurden: Bis zu zwei Milliarden Euro kassieren die Betreiber der Strom- und Gasnetze kommendes Jahr zusätzlich von ihren Kunden, weil ein Urteil des Bundesgerichtshofs nicht ernst genommen wurde.

Den ganzen Artikel zum Versagen der Bundesregierung finden Sie hier.

Blamage: FAZ veröffentlicht Code des Bundestrojaners

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Quelle: FAZ am Sonntag

Jetzt ist es öffentlich: Die Software, die Polzei und Geheimdienst benutzen, um die Computer von Kriminellen auszuspionieren, wurde heute von der "FAZ am Sonntag" eins zu eins abgedruckt, Der Chaos Computer Club (CCC) hatte eine Kopie des so genannten "Bundestrojaners" zugespielt bekommen und an die Zeitung weitergereicht. Der CCC will bei der Analyse des Quellcodes Funktionen entdeckt haben, „die über das Abhören von Kommunikation weit hinausgehen". Das wäre allerdings ein Verstoß gegen ein entsprechendes Grundsatzurteil des Bundesverfassungsgerichts.

Den ganzen Artikel bei der FAZ finden Sie hier.

Die Krise des Kapitalismus – stehen wir am Vorabend der Revolution?

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von Martin Beinersdorf

In der ganzen Welt finden sich augenblicklich Menschen unterschiedlichster Herkünfte zu Demonstrationen gegen die Finanzwirtschaft, die Verarmung großer Teile der Bevölkerung und für ein gerechtes Weltwirtschaftssystem zusammen. Ist dies nur eine Momentaufnahme oder der Anfang einer Bewegung wie sie in der DDR 1989 ihren Anfang nahm? Kommt die Revolution, wie in der arabischen Welt, jetzt auch langsam in den kapitalistischen Industrienationen in Fahrt? Die Menschen erkennen immer mehr, Kapitalismus hat nichts mit Freiheit zu tun; selbst seinen Ausbeuter kann man bei der augenblicklichen Arbeitsmarktsituation nicht mehr frei wählen. Kapitalismus hat auch nichts mit Gerechtigkeit zu tun, max. 10% der Bevölkerung schöpft den Rahm ab, der Rest kann sehe, wo er bleibt. Kapitalismus hat auch nichts mit Menschenwürde zu tun. Die reichen Staaten beuten die armen Staaten aus und diktieren ihnen die Regeln und letztendlich (dies wird vielen Menschen jetzt erst klar): Kapitalismus hat nichts mit einer funktionierenden Weltwirtschaft zu tun. Der „Kapitalismus frisst seine eigenen Kinder“ so kann das alte Sprichwort neu vertont werden. Die Habgier der Banken, der Großkonzerne aber auch mancher Staatsmänner/frauen, immer mehr aus dem Kapitalanteil Arbeit (=Mensch) bei immer weniger Kapitaleinsatz (=Geld/Lohn) herauszuholen wird scheitern. Der Bogen ist überspannt! Die Banken scheitern an Ihren eigenen Phantasiepapieren, an dem erzeugten „Luftgeld“, hinter dem keine materielle Sicherheit steht. Die Unternehmen scheitern, weil Sie mit Ihrer Vorgehensweise, immer billiger produzieren wollen (z. B. in Entwicklungs- und Schwellenländern), aber aufgrund der generell niedrigen Gehaltsstrukturen weltweit, den jeweiligen schwachen Binnennachfragen usw. trotz des geringeren Preises, ihre Güter nur noch an die besserverdienende Schicht absetzen können – doch diese wird immer kleiner! Der Staat zu guter Letzt schröpft die Bürgerinnen und Bürger mit Steuern und Abgaben – nicht zuletzt um angehäufte Schulden, bzw. Bürgschaften für die von anderen angehäuften Schulden, bezahlen zu können. Heiner Geissler dazu im Kölner Stadt Anzeiger vom 7.10.2011, „…Das jetzt vorherrschende kapitalistische Wirtschaftssystem muss ersetzt werden durch eine internationale öko-soziale Marktwirtschaft…“. Ich sage dazu demokratischer Sozialismus – in der Konsequenz der Ausprägung dieses neuen Wirtschaftssystems liegen die Notwendigkeiten aber wohl nah beieinander.

Früher gab es einmal ein gutes Sprichwort:“ Spare in der Zeit, dann hast du in der Not“ – dies sollte der Leitsatz jedes Finanzpolitikers sein! Man spart nicht, wenn es einem Land eh schon dreckig geht (siehe Griechenland, aber auch ganz klar die deutschen Kommunen). In der Krise muss investiert werden. In der Krise muss gutes Geld für Arbeit gezahlt werden, damit eine konjunkturelle Erholung nachhaltig gelingen kann. Dies alles wird zur Zeit von den herrschenden Parteien nicht berücksichtigt! Im Gegenteil, Griechenland wird tot gespart und wird irgendwann nur noch in eine Insolvenz gehen können und noch mehrere andere Staaten hinterherreißen. Die FDP mit Herrn Rößler hat (wenn auch aus anderen Beweggründen) recht, wenn sie sagt, eine Insolvenz Griechenlands wäre die beste Lösung – sie würde manchen Fehler im jetzigen System aufzeigen und wahrscheinlich den Umdenkprozess beschleunigen. In Griechenland, wo die Masse der Bevölkerung akut getroffen wird, gehen 100000ende auf die Straße, in Deutschland erst wenige – in den USA formiert sich gerade der Widerstand. Das lässt hoffen. Wenn erst einmal die Welle aus den USA auch nach Europa geschwappt ist, wird auch hier einiges zur Disposition stehen. Heiner Geissler auf die Frage, ob hier eine neue Bewegung entsteht: „…Ja. Immer mehr junge Leute fangen im besten Sinne der Aufklärung an, selbstständig zu denken. Sie wollen sich nicht mehr von den Finanzmärkten am Nasenring durch die Manege ziehen lassen. In Europa wird es ähnliche Proteste geben, da bin ich sicher….“ und weiter „…In Deutschland wird es nicht so schnell gehen, dass die Proteste Ausmaße wie in den USA annehmen. Dafür sind die Verhältnisse hier noch zu gut, anders als in den USA oder auch Spanien zum Beispiel. In Deutschland funktioniert der Sozialstaat ja noch in Teilen. Aber wenn die jungen Leute keine Perspektiven bekommen, kann das auch hier negative Folgen haben…“

„Der Sozialstaat funktioniert noch in Teilen“ – in rudimentären Teilen. Lieber Leser, ich bin 45 Jahre alt, aber ich kann mich noch erinnern an:

- Zeiten, in denen es statt Hartz IV noch ansatzweise angemessene Unterstützung gab z.B. bei Arbeitslosigkeit längere und gerechtere Zahlung des Arbeitslosengeldes, vernünftige Wohngeldzuschüsse, Sozialhilfe usw. gab

- Zeiten ohne Zuzahlungen bei Medikamenten

- Zeiten ohne Praxisgebühren oder Krankenkassenzusatzbeiträgen

- Zeiten ohne Studiengebühren

- Zeiten, in denen es noch keine Tafeln brauchte um Menschen am Leben zu erhalten

- und und und

Der Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge bezeichnet den Umbau bzw. Abbau des Sozialstaats in Deutschland als die umfassendste Restrukturierung des Sozialstaates seit 1945. Sie sei eine Reorganisation nach neoliberalem Konzept, das Leistungsreduktionen, eine Verschärfung der Anspruchsvoraussetzungen bzw. eine Verkürzung der Bezugszeiten und die Reindividualisierung sozialer Risiken beinhalte. (Christoph Butterwegge: (Kinder-)Armut und Sozialstaatsentwicklung)

Der Sozialstaat ist heute schon tot, die soziale Marktwirtschaft ist gescheitert. Zusätzlich kamen nämlich zum Abbau der Sozialleistungen noch weitere neoliberale Schweinereien hinzu: die Privatisierung des Staatseigentums und somit Volkseigentums!

Liebe Leserin, lieber Leser, „Wie viel hat man uns Bürgern eigentlich vom Verkaufserlös des Volkseigenen Betriebes Telekom (Deutsche Post Telekom) (ich wähle das Wort "VEB" jetzt absichtlich um die Logik aufzuzeigen) gezahlt? Wie wurden Sie am Verkauf der volkseigenen Stromnetze an RWE und E.ON und Kumpanen beteiligt? Haben Sie Geld für Ihren vom Staat verkauften Bahnsitz/Bussitz, auf dem Sie eventuell gerade sitzen bekommen?“ (Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen)

Wohl kaum! Aber wer hat das Geld?

Die Banken! Alle diese Gelder sind für Zins- oder Ratenzahlungen der Staatschulden draufgegangen. Der Staat hat über lange Jahre sein Tafelsilber verschleudert um Stabilitätskriterien zu erfüllen; um Schulden zu tilgen bzw. die ein oder andere Milliarde erst im nächsten Jahr aufnehmen zu müssen. Am Ende ist das Geld bei den Banken und deren privaten Investoren versickert… und jetzt kommen wir so langsam zur Ursache des Übels.

Die Banken waren damit aber noch nicht zufrieden. Das so gewonnen Geld wurde wieder investiert. Nicht (oder nur zu sehr geringen Teilen) in Darlehen für Industriebetriebe, damit diese neue Arbeitsplätze zu schaffen – da war ihnen oft das Risiko zu hoch. Nein, sie haben lieber gezockt. Das schien lukrativer mit Verzinsungen, wo jeder Kaufmann bereits im ersten Lehrjahr lernt, dass dies nur unseriös sein kann.

Heiner Flassbeck, Chefökonom der UN-Organisation für Welthandel und Entwicklung (UNCTAD) in Genf dazu: „Ja, das ist überhaupt keine Frage, natürlich ist das alles Spekulation, man darf jetzt nicht glauben, dass ein Zins, der jeden Tag in den Zeitungen steht, von Griechenland für zuletzt zwanzig Prozent für zehnjährige Anleihen, dass das irgendetwas Objektives hat, das ist reine Spekulation, das ist ein rein spekulativ, total überzogener Preis, der nichts mit der Realität gemeinsam hat, genau wie übrigens der Ölpreis, viele Rohstoffpreise und viele andere Preise auch; auch Währungen werden ja heute  auf hochspekulativen Märkten gehandelt, und wir haben deswegen nichts mit Wahrheit oder so etwas zu tun, oder auch mit Angebot und Nachfrage nur zu tun; nein, das sind alles hochspekulative Preise, die völlig falsch sind, die auch über Jahre vollkommen falsch sind, wo der Markt keineswegs ein richtiges Ergebnis erzielt; insofern muss man das relativieren […], da viele in den letzten zwei Jahren ganz massiv Geld mitverdient [haben], je mehr Panik erzeugt wird, umso mehr kann man mit einer sogenannten Kreditausfallversicherung für griechische Staatsanleihen, umso mehr kann man damit verdienen, weil dann die Wahrscheinlichkeit größer ist, dass man einen Dummen sozusagen findet, der das Ding kauft. Nur hier ist die Politik natürlich in erheblichem Maße mit Schuld, weil die Politik musste dafür sorgen, dass diese Spekulation beendet wird und nicht immer weiter macht; mit Gerüchten, mit neuen Gerüchten, mit Gerüchten über Staatsbankrott und Ähnlichem. Wenn man das so treibt in Europa, muss man sich nicht wundern, dass das ausgenutzt wird.“ (http://www.kontext-tv.de/node/104)

Das gesellschaftliche Problem ist also vielfältig. Die Banken werden nicht freiwillig mit dem Zocken aufhören, keine Regierung freiwillig aus dem Amt scheiden und nur wenige Superreiche Ihr Kapital der Bevölkerung zurückgeben. „Viva La Revolución“?

Wie sehr auch die westlichen Staaten mit dem Finger auf arabische Staaten zeigen, die nicht freiwillig aus dem Amt scheiden (Syrien, Libyen usw.) – glauben Sie dass Frau Merkel freiwillig aus dem Amt scheidet, wenn 2 Millionen Menschen auf die Straße gehen und einen Wechsel der Gesellschaftsform fordern würden? Ich habe da so meine Zweifel! Allein schon die Polizeieinsätze bei Demonstrationen gegen Castortransporte, G8 Gipfel usw. lassen das Schlimmste befürchten.

Bei aller Bewunderung für die Menschen, die heute auf die Straße gehen, um für eine gerechte Weltordnung zu demonstrieren, auch bei uns wird es so aussehen:

„NEW YORK – Tausende Demonstranten haben in New York gegen die Macht der Banken und die wachsende Ungleichheit in den USA protestiert. Begleitet von einem großen Polizeiaufgebot zog der Marsch am Mittwoch durch den Finanzdistrikt in Manhattan. Die Demonstranten trugen Plakate mit Aufschriften wie „Rettet unsere Republik“ und „Gleichheit, Demokratie, Revolution“.

Die zumeist jungen Protestteilnehmer skandierten „Wir sind 99 Prozent!“ und spielten damit auf das reichste Prozent der US-Bevölkerung an, von dem sie sich hintergangen fühlen. Nach Angaben aus Gewerkschaftskreisen beteiligten sich bis zu 12.000 Menschen an der Demonstration, die Polizei sprach von 5000 Teilnehmern.[…] Am vergangenen Wochenende waren bei einem ähnlichen Protestmarsch auf der New Yorker Brooklyn Bridge mehr als 700 Menschen vorübergehend festgenommen worden.“ (KSTA 6.10.2011)

Die Hoffnung bleibt!

Für 150.000 Euro den Papst besucht

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Quelle: Ksta.de

Für eine Romreise aus Anlass einer Audienz beim Papst hat Bundesforschungsministerin Annette Schavan nach einen Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ die Flugbereitschaft des Bundes genutzt und damit Kosten von 150.000 Euro verursacht. Die Reise habe Ende März stattgefunden. Mit drei Begleitern sei die CDU-Politikerin am Vorabend des Termins angereist und am Tag nach der Audienz bei Benedikt XVI. wieder mit einem Kleinjet abgeholt worden.

Frei nach dem Motto “Geld stinkt nicht” – lieber andere zahlen lassen für eine nette Reise nach Rom. Was hat die Bundesforschungsministerin wohl beim Papst dienstlich erforscht? Den ganzen Artikel finden Sie hier.

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